Wie Schwalben dem Straßentod ausweichen

22.03.2013 | 16:59 |   (Die Presse)

Die Vögel haben in evolutionär kurzer Zeit die Flügel verkürzt und die Wendigkeit erhöht.

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Wer nicht das Privileg eines Gärtchens hat und stattdessen mit dem Auto losziehen muss, um Blümchen zu bestaunen und all das Leben um sie herum, dem kann es passieren, dass er unterwegs anderes Leben zu Tode bringt. Derzeit müssen die Kröten über die Straßen, und das ganze Jahr sind über den Straßen die Vögel unterwegs. Die Kröten können nicht viel lernen, sie müssen hinüber, und sie können nicht fliegen. Aber die, die fliegen können, können auch lernen, das zeigen ganz überraschend Amerikanische Klippenschwalben.

Die leben, wie ihr Name sagt, an Klippen, sie bauen ihre Lehmnester aber auch gern unten an Brücken, etwa denen von Straßen. Und eine dieser Populationen in Nebraska wird seit über 30 Jahren gut im Auge behalten, Jahr für Jahr zählen und messen Mary und Charles Brown (University of Nebraska) die Köpfe durch, auch die der Opfer des Straßenverkehrs, sie tun es einfach so, zur Dokumentation. Aber nun ist ihnen aufgefallen, dass die Zahl der Verkehrsopfer seit einigen Jahren am Sinken ist – obwohl die Population gewachsen ist und der Verkehr auch (Current Biology, 18. 3.). Aber die Evolution hat gegengesteuert: Die Schwalben haben ihre Flügel verkürzt, nicht viel, von 111 Millimeter 1982 auf 106 anno 2012, aber das reichte zur Erhöhung der Wendigkeit. jl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.03.2013)

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19 Kommentare

Der Schärdinger

Das kann man überall beobachten, auch bei unseren Politikern, kaum an der Macht, wachsen ihnen schon die Flügel in Richtung Liechtenstein,Zypern oder andere Inseln.

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Die Hypothese lautet, dass wendigere Flieger nicht so häufig von den Autos erwischt werden.

Des weiteren dass kürzere Flügel zu besserem Flugverhalten verhelfen.
Bitte das sind Annhamen. Selbstverständlich könnten auch andere Ursachen angenommen werden. Es wäre nicht das erste mal, dass augenscheinliche Ursachen docht nicht Ursache für eine Veränderung waren.

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Nanana......

Macht mal alle halblang!
Der Artikel ist nicht das Gelbe vom Ei......aber die Komentare sind noch um einiges schlechter!

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fehlerkorrektur

1.) zum Bild: Das sind keine Amerikan. Klippenschwalben, sondern wahrscheinlich Rauchschwalben. Ist es zu viel verlangt, ein passenden Bild zu finden ???

im übrigen ist, dass der Artikel schwach und ohne Niveau: Dass die Evolution nichts und niemanden steuert ist nur ein Punkt, den es hier zu kritisieren gäbe ...


Re: fehlerkorrektur

ja, das ist zu viel verlangt,
Sie sind herzlich eingeladen, einmal die Redaktion zu besuchen und sich an der Mühe zu beteiligen, Fotos zu suchen,
zu hause im Lehnstuhl oder wo immer Sie vor Ihrem PC sitzen, sieht das vieleicht nicht ganz so aus wie in unserem Arbeitsalltag

dann dürfen Sie mir auch bitte das fehlende Niveau erklären: Natürlich steuert die Evolution, nicht nach vorn, darüber müssen wir doch nicht zum xtem Mal debattieren, aber exakt dahin, dass die überleben, die an die Umwelt am besten angepasst sind,
exakt so, wie ein Steuermann an einer Stromschnelle vorbei kommt,
und dann an der nächsten

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Re: Re: fehlerkorrektur

Ich muss ihnen leider sagen, dass sie es noch nicht ganz übernasert haben.

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Re: fehlerkorrektur

Absolut richtig!! Die Evolution ist niemand und steuert nichts! Danke!
Aber es gibt ein Leselehrbuch namens "Evolution" sehr lesenswert und bildend!
Wenn man das gelesen hat, ist man doch gescheiter!

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Re: Re: fehlerkorrektur

Ich glaub die Diskussion hatten wir schon einmal - bei aller Liebe zur wissenschaftlich exakten Sprache, ein bisschen poetische Freiheit darfs doch wohl noch geben. Nur weil der Herr Langenbach von der Muse geküsst schreibt, dass die Evolution oder Natur etc. was steuert hupfen nicht gleich die bösen Kreationisten aus ihren Winkerln und tanzen auf Darwins Grab herum. Wenn ich pedantisch-genaue wissenschaftliche Informationen haben will kann ich auch die Abstract im Nature lesen.

Re: Re: Re: fehlerkorrektur

wie recht Sie doch haben,
nehmen wir Klio, die Muse der Geschichtsschreibung,
oder Euterpe, die der Lyrik und das Flötenspiels?
wie auch immer, falls wir einander vor Ostern hier nicht mehr begegnen, haben Sie gute Feiertage

Wer nicht das Privileg eines Gärtchens hat und stattdessen mit dem Auto losziehen muss, um Blümchen zu bestaunen und all das Leben um sie herum, dem kann es passieren, dass er unterwegs anderes Leben zu Tode bringt?......

....Bitte, wem fällt so ein Satz ein?
Wer nicht das Privileg eines Gärtchens hat und stattdessen mit dem Auto losziehen muss, um Blümchen zu bestaunen und all das Leben um sie herum?.....
....WER sagt denn, dass in JEDEM Garten Blümchen sein müssen?
....spielen die Schwalben rundum die Blümchen ringeringereier?
....und stattdessen mit dem Auto losziehen muss?...zu Fuss, mit dem Rad oder mit der Bahn geht nicht?
....also ich bin noch nie in meinem Leben mit dem Auto losgefahren um Blümchen zu bestaunen, habe aber auch keine BLÜMCHEN im Garten.....
wenn ich ehrlich bin, habe ich bei dem Verfasser des Schreibens das Gefühl, dass er KEIN FREUND von Autofahrern ist....und da möchte ich noch seine Betonung erwähnen, dass Autofahrer anderes Leben zu Tode bringen, zumindest könnte es passieren, meint er/sie!
So einen Satz muss man auswendig lernen, den könnte man noch einmal brauchen!
PS: man sollte auch die Mücken und andere Flugobjekte auf dem Vollvisierhelmen der Motorradfahrer nicht vergessen....vielleicht geht sich bis nächste Woche ein diesbezügliches Gschichterl aus!?
mfg
Benjamin Blümchen


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Re: Wer nicht das Privileg eines Gärtchens hat und stattdessen mit dem Auto losziehen muss, um Blümchen zu bestaunen und all das Leben um sie herum, dem kann es passieren, dass er unterwegs anderes Leben zu Tode bringt?......

ich habe Unmengen an Blümchen rund ums Haus und trotzdem fahre ich regelmäßig los, um auch anderorts Blümchen (und vor allem andere Lebewesen wie Schmetterlinge) zu bestaunen und zu beobachten. Und damit steuere ich genauso wie jeder andere Lenker bei zum allein durch den Aufprall auf Autos verursachten Tod von ca. 100-200.000.000.000 Insekten pro Monat(!) in Österreich...
Herr Langenbach hatte mit seiner Einleitung sicher nicht vor Autofahrer zu diskriminieren. Vielleicht weiß er einfach ebenfalls um diese und ähnliche Tatsachen, deren alleinige Nennung nicht zwangsläufig heißen muss, dass er kein Freund von Autofahrern ist!?!

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Wenn es sich um WISSENSCHAFT handelt, ...


... dann reden wir doch lieber über "Mutation" und nicht von Evolution.

Aus den Vögeln wurde weder ein Affe noch ein Auto. Sie blieben Schwalben mit kürzeren, mutierten Flügeln.

Ein Wissenschaftsschreiber sollte eben exakter sein. Denke ich.

Re: Wenn es sich um WISSENSCHAFT handelt, ...

http://24.media.tumblr.com/tumblr_lzkpucsvIL1rnde1eo1_500.jpg

Das waren Änderungen binnen 20 Jahren. Jetzt stellen sie sich mal die Progression in den nächsten tausend Jahren vor - die Schwalben wären kaum die selben wie vorher.

Das, was wir als "Spezies" oder "Art" bezeichnen ist kein fixer Zustand, sondern nur eine Momentaufnahme aus einem sich stetig verändernden Fluss.

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Re: Re: Wenn es sich um WISSENSCHAFT handelt, ...

Ist ja fuuurchtbar!

Nach 6000 Jahren Untätichkeit.

Re: Re: Re: Wenn es sich um WISSENSCHAFT handelt, ...

Wer sagt etwas von 6000 Jahren Untätigkeit?

Ich vermute, die Schwalben vor 6000 Jahren waren um einiges anders, als die heutigen - nur wissen wir es nicht, weil es vermutlich kaum Fossilien oder brauchbare Überreste gibt, die 6000 Jahre alt sind.

Re: Wenn es sich um WISSENSCHAFT handelt, ...

pardon, aber was ist denn Evolution?
Erst kommt die Mutation,
und dann die Selektion,
in dem Fall eben die auf wendigere Flügel

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Re: Wenn es sich um WISSENSCHAFT handelt, ...

Aber nur durch Mutation wird keine gesamte Population zu Kurzflueglern, dazu braucht es Selektion und Mutation, vulgo Evolution.

Aber keine Sorge, als Presseforum Kommentator muss man nicht besonders exakt sein. Denke ich ;-)

Die Einleitung fand ich toll!

Re:

danke,
ich weiß nicht, ob Sie die Presse auch im Print lesen:
auf der Seite ist die sehr feine Gartenkolumne von Ute Woltron ("Gartenkralle"),
und nebendran ein Einspalter frei,
da versuche ich, etwas Begleitendes, Aktuelles aus der Wissenschaft zu finden

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