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US-Psychologin sagt: Menschenaffen verstehen Zoologie

US Psychologin sagt Menschenaffen verstehen
US Psychologin sagt Menschenaffen verstehen / Bild: (c) EPA (GERT JANSSEN) 

Orang-Utans und Gorillas soll es gelingen, Tiere in Säugetiere, Vögel, Reptilien, Fische und Insekten einzuteilen.

 (Die Presse)

Lange bevor sie in Biologie die Systematik des Tierreichs lernen, können Menschenkinder zoologische Kategorien bilden und verstehen: Säugetiere tragen (meistens) einen Pelz, Vögel haben Federn, Reptilien Schuppen etc. Die Vermutung liegt nahe, dass solche Kategorisierung – die zumindest bei Wirbeltieren erfreulicherweise der Einteilung in Klassen entspricht – erst durch (menschliche) Sprache möglich wird.

Dagegen spricht eine Arbeit, die Jennifer Vonk, Psychologin an der Oakland University, in der Open-Access-Zeitschrift PeerJ veröffentlicht hat. Sie testete einen Gorilla und vier Orang-Utans, ob sie es schaffen würden, via Touchscreen jeweils ein Bild eines Tiers einem Bild eines anderen Tiers derselben Kategorie zuzuordnen. Die Belohnungen waren die üblichen Trockenfrüchte und Nüsse. Die Tiere waren aus fünf Kategorien: Insekten, Reptilien, Fische, Vögel, Säugetiere. Dabei machte Vonk es den Affen nicht leicht: Unter den Vögeln waren z.B. Emus und eine Eule, unter den Reptilien eine Schlange genauso wie ein Alligator, unter den Säugetieren ein Gürteltier und ein Seehund. Auch zeigten die Fotos die Tiere nicht alle aus derselben Perspektive. Doch alle Affen schienen die Ordnung zu verstehen: Sie entschieden sich deutlich häufiger für richtige Paarungen, als es dem Zufall entsprechen würde.

In einem zweiten Versuch ging es darum, jeweils zwei Bilder von Affen derselben Art (Nasenaffe, Japanmakak, Weißhandgibbon etc.) zusammenzustellen. Da tat sich der Gorilla deutlich schwerer als die Orang-Utans.

Vonk sieht ihre Ergebnisse als Argument dafür, dass Menschenaffen ähnliche Kategorien wie Menschen bilden. Darüber wird gewiss noch debattiert werden; nicht völlig klar scheint etwa, ob es Vonk wirklich gelungen ist, ganz auszuschließen, dass sich die Tiere einfach merken, für welche Paarungen sie belohnt wurden. Das wäre immerhin eine schöne Gedächtnisleistung. tk

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2013)

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6 Kommentare

Es ist wirklich rührend,

wie die wissenschaftsgläubigen Evolutionsmenschen(-affen) versuchen ihren Glauben zu beweisen.
Zuerst war das Wasser und durch Zufall (ohne äußere übernatürliche Einflüsse, wurde dann der Mensch ......

Hey, Freunde wer das glaubt soll ruhig dabei bleiben, denn es reicht für ihn, aber wer sich etwas Gedanken macht, kommt zum Schluss, dass da etwas nicht stimmen kann.

Denn die Wahrscheinlichkeit ist zwar mathematisch darstellbar, leider nur am Papier, denn um so zum Produkt Menschen zu gelangen, bräuchte es hunderttausende Erdenleben, aber leider haben wir nur eines!

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Re: Es ist wirklich rührend,

In dem Artikel geht es um einige Versuche der Verhaltensforschung. Rührend ist, wie Sie aus sowas offensichtlich Dinge rauslesen, die niemand hineininterpretiert hat. Was genau wollen Sie mit diesem Posting eigentlich in Zweifel ziehen? Was stört Sie so daran, dass Menschenaffen eine gewisse Intelligenzleistung aufweisen? Sie können sich ja gerne "etwas Gedanken machen" und das dann einer göttlichen Schöpfung oder der Urmutter zuschreiben. Ich bevorzuge es mir deutlich mehr Gedanken zu machen.

Re: Re: Es ist wirklich rührend,

Bleiben sie ruhig bei ihrer Meinung, sie reicht ihnen offensichtlich, weil sie die Zusammenhänge nicht überblicken.

Auch Vögel sind hochintelligent

Ich beobachte schon seit Jahrzehnten unsere Vögel im Garten (wir füttern sie im Winter). Die verstehen uns nämlich sehr genau und beobachten uns mehr als wir sie. Wenn sie etwas wollen (z.B. Futter oder frisches Wasser), dann kommunizieren sie das klar über Handlungen. Über bestimmte Vogellaute, weiß ich z.B. dass sie gerade angeflogen kommen und ein Bad in der Vogeltränke nehmen. Auch wenn Sie es nicht glauben, die Vögel schauen jeden Tag nach, ob ihre Winterfuttergeben noch am Leben sind. Und was uns schon ein paar Mal passiert ist, dass sie sich zum Sterben vor unserer Terasse im Garten niederlassen. Sie wissen nämlich, dass wir das Tier begraben und mein Gefühl, auch Abschied nehmen.

ein Experiment mehr

das auf menschenbezogenen Kriterien aufbaut. Interessanter finde ich da Forschungen die nach Tierintelligenz suchen, etwa Josef H. Reichholf, "Rabenschwarze Intelligenz, was wir von Krähen lernen können".

wenn ich Affen sehe...

...dann fühle ich mich zuhause!
mfag

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