Römisches Militärlager in Carnuntum

Archäologen entdecken mit Bodenradar frühes Zeltlager.

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(c) Clemens Fabry

Im archäologischen Park Carnuntum haben Wissenschaftler des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI Arch Pro) und der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) ein bisher unbekanntes römisches Militärlager entdeckt.

Sie stießen auf einen Befestigungsgraben, der ein 57.600 Quadratmeter großes Areal umgibt – das entspricht der Größe von sechs Fußballfeldern. Die Römer sicherten so ihre Lager, zusätzlich schütteten sie einen Wall auf und errichteten einen Schutzzaun aus gespitzten Holzpfählen.
Das Besondere dabei: „Das Lager wurde nach der Gründung der Stadt teilweise überbaut“, sagt der Direktor des LBI Arch Pro, Wolfgang Neubauer. Daraus könne man schließen, dass es sich um eines der ersten Militärlager in Carnuntum handle. Der Forscher schätzt, dass es aus den ersten Jahrzehnten n. Chr. stammt.

Die Wissenschaftler nutzten für die Entdeckung moderne archäologische Prospektionsmethoden: Bodenradar- und Magnetfeldmessungen. Bei Messungen mit Bodenradar wird eine elektromagnetische Welle in den Untergrund gesendet und etwa von Steinen oder anderen Objekten reflektiert. „Magnetfeldmessungen nutzen Abweichungen im Magnetfeld der Erde. Das Material im Graben weist etwa eine höhere Magnetisierung auf“, so Neubauer.

Grabungen beginnen.
Derzeit wird das gesamte Gelände von Carnuntum mit diesen Methoden untersucht. 2011 entdeckten die Forscher so eine einzigartige römische Gladiatorenschule – kommende Woche beginnen sie mit den Grabungen. gral

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.06.2014)

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