Wie man sieht, ob ein T. rex ein „She rex“ war

Bisher konnte man bei Dinos das Geschlecht nicht bestimmen. Nun helfen besondere Knochen.

Ein Modell des Tyrannosaurus rex
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Ein Modell des Tyrannosaurus rex
Ein Modell des Tyrannosaurus rex – Imago

Ein Missgeschick führte 1990 zum Fund des größten und besterhaltenen Tyrannosaurus rex, er war 12,3 Meter lang, fast alle Knochen waren noch da. Die kamen ans Licht, als ein Team, das in Süddakota verschiedenste Saurier ausgegraben hatte, gerade wegfahren wollte. Aber einer der Lkw hatte einen Reifenplatzer. Einige Crewmitglieder gingen ans Reparieren, Sue Hendrikson streifte ein wenig herum, sie stieß auf den Fund. Um den gab es bald Rechtstreitigkeiten, am Ende wurde er versteigert, er wurde auch zum teuersten T. rex: 7,6 Millionen Dollar legte das Field Museum of Natural History in Chicago hin, private Sponsoren von Wald Disney bis McDonald's hatten geholfen.

So kam das Exemplar ins Museum, es trug den Namen FMNH PR 2081. Der war natürlich nicht sexy genug, das Museum taufte es Sue. Damit ehrte man die Finderin, man wollte auch zeigen, dass dieser T. rex ein „She rex“ war. Dabei stützte man sich auf Knochen am Ansatz des Schwanzes: Die fehlten Sue, und nach damaliger Vermutung fehlten sie allen Weibchen, weil das das Eierlegen vereinfachte.

Die Hypothese war falsch, obendrein fanden sich die Knochen doch, so musste man bei einem der größten Rätsel der Dinosaurier wieder von vorn beginnen: Man konnte ihr Geschlecht nicht bestimmen. Zwar gab es sie in den einzelnen Arten in unterschiedlichen Größen, aber waren nun die Männchen größer oder die Weibchen? Sie trugen auch unterschiedliche Panzer und Federn, aber damit kam man auch nicht weiter, nur einmal fand man ein eindeutiges Weibchen, es war bei der Eiablage gestorben.

Zeichen der „Schwangerschaft“

Aber es gibt einen kleinen Unterschied, Mary Schweitzer (North Carolina State University) ist ihm seit zehn Jahren auf der Spur: Damals fand sie in einem T. rex besondere Knochen, meduläre. Die kennt man heute nur bei den einen Verwandten der Dinosaurier, den Vögeln – man hat sie auch schon bei sehr frühen gefunden –, ihre anderen, die Krokodile, haben sie nicht. Diese Knochen gibt es nur temporär, die Weibchen bilden sie vor dem Eierlegen, das Material geht dann in die Eierschale. Schweitzers Befund wurde angezweifelt, ähnliche Strukturen können von Krankheiten kommen. Aber nun hat sie in detaillierten Analysen eines T. rex (MOR 1125) gezeigt, dass die Knochen da waren – und MOR 1125 ein „schwangeres“ Weibchen war (Scientific Reports 15. 3.): „Wir haben das Geschlecht bestimmen können, und wir haben damit auch ein Fenster zur Evolution des Eierlegens bei modernen Vögeln gefunden.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.03.2016)

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