Sicherheit gegen jede Fälschung

Flüssigkeitskristalle mit einzigartiger Reflexion.

„Das Verfahren ist eindeutig, es kann nicht geklont und nicht kopiert werden.“ Uni-Professor Romano Rupp verweist auf einzigartige Reflexionsmuster, die unkopierbar, aber dennoch robust sind. Der Physiker und Materialforscher vom Institut für Experimentalphysik der Uni Wien ist Mitarbeiter eines internationalen Teams, das eine Methode zur Erzeugung einzigartiger reflektierender Muster entwickelt hat. Die neue Technologie mit ihrer Authentifizierung kann bestehende Sicherheitsdefizite beseitigen oder zumindest minimieren.

Details dieser Technologie wurden jetzt im Fachmagazin „Scientific Reports“ veröffentlicht. Die ersten Schritte setzten dabei Forscher der Universität Luxemburg. Dort wurden Sicherheitselemente entwickelt, die aus mikroskopisch kleinen Kugeln aus cholesterischen Flüssigkeitskristallen bestehen. Diese weisen völlig unterschiedliche Reflexionsmuster auf. „Das lässt sich darauf zurückführen, dass die Kugeln in unerwarteter Weise optisch miteinander kommunizieren“, sagt Romano Rupp. Sie ordnen sich selbstständig zu charakteristischen Strukturen an.

 

Schutz vor Markenpiraterie

Dieses Verfahren könnte bei der Produktion von Ausweisen bzw. bei deren Sicherheitsmerkmalen zur Anwendung kommen. Aber auch bei anderen kostspieligen Produkten und selbst bei Textilien wäre der Einsatz der neuen fälschungssicheren Methode möglich. In etwa fünf Jahren könnte, so der Wiener Physiker, ein produktionsreifes – und kostengünstiges – Verfahren entwickelt sein.

Da der Kampf gegen Markenpiraterie ein immer wichtiger werdender Geschäftszweig wird, müsste ein Anwender mit dem erforderlichen Startkapital einsteigen. Aber das ist nicht mehr die Aufgabe der Grundlagenforscher. (ewi)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.06.2016)

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