Exoplanet: Noch ein Kandidat für Leben

In 40 Lichtjahren Entfernung kreist ein erdähnlicher Himmelskörper um einen Roten Zwerg.

Der jüngste Fund kreist um den Stern LHS 1140
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Der jüngste Fund kreist um den Stern LHS 1140
Der jüngste Fund kreist um den Stern LHS 1140 – APA/AFP/European Southern Observ

Beim Wecken von Aufmerksamkeit können allenfalls Dinosaurier mithalten mit Himmelskörpern, auf denen es Leben geben könnte. Aber die Dinos sind ausgestorben – außer denen, die rechtzeitig zu Vögeln wurden –, und Exoplaneten hat man zwar sonder Zahl entdeckt, aber lange war darunter keiner, der der Erde auch nur im Geringsten ähnlich war.

Also stellte man die Suche um: Zunächst hatte man Sterne wie unsere Sonne im Blick, aber dort fanden sich nur große Gasplaneten und Gesteinsplaneten mit der vielfachen Masse der Erde, „Supererden“. Deshalb richtete sich der Blick auf kleinere Sterne, Rote Zwerge: Letzten August fand sich der erste Kandidat, Proxima Centauri b, er kreist in 4,2 Lichtjahren Entfernung um den nächsten Nachbarn der Sonne. Der leuchtet viel schwächer als sie, deshalb könnte sein Planet, der ihn auch viel enger umkreist als die Erde die Sonne, in der „habitablen Zone“ sein, der mit flüssigem Wasser.

Aber er zieht nie zwischen seinem Muttergestirn und der Erde vorbei, deshalb kann man nicht klären, ob er eine Atmosphäre hat. Anders ist es mit einem Fund vom Februar: Diesmal waren es gleich sieben Planeten in der habitablen Zone beim 40 Lichtjahre entfernten Zwergstern Trappist-1. Aber bei ihnen lassen sich Masse und Dichte schwer bestimmen, zudem sind sie sehr eng beieinander, sie könnten einander mit ihrer Gravitation in zu große Hitze bringen.

Das ist beim jüngsten Fund nicht zu fürchten: Der kreist, auch in 40 Lichtjahren, um den Stern LHS 1140, er hat den 1,4 fachen Durchmesser und die 6,6 fache Masse der Erde. Er ist in der habitablen Zone, und er ist etwa so alt wie die Erde, um die fünf Milliarden Jahre. Damit kann man ausschließen, dass ihm sein Stern etwas antut: Junge Rote Riesen strahlen so stark, dass sie Leben bzw. Atmosphären zerstören können. Aber LHS 1140 war ja auch einmal jung, die Entdecker weisen vorsichtshalber darauf hin (Nature 19. 4.).

 

Candy store auf Enceladus?

Also lieber nicht in die Ferne schweifen? Letzte Woche ließ die Nasa damit aufhorchen, dass sie auf dem Saturnmond Enceladus einen „candy store for microbes“ gesichtet habe: Darauf deute molekularer Wasserstoff, der in Geysiren aus einem eisbedeckten Ozean sprudelt. Auf der Erde wird der etwa an Tiefseevulkanen frei, dort wird er von Bakterien verwertet. Auf Enceladus auch? Eher nicht, sonst käme er nicht in den Geysiren an die Oberfläche, die Zuckerln würden gleich unten im Meer genossen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.04.2017)

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