Wissenschaftler des europäischen Kernforschungszentrums CERN haben konnten kurz nach dem erfolgreichen Neustart des weltgrößten Teilchenbeschleunigers LHC bereits erste Kollisionen durchführen. Zwei Protonenstrahlen kreisten in der Maschine und wurden an allen vier Detektoren (ATLAS, CMS, ALICE und LHCb) dazu gebracht, aufeinander zu treffen. "Es ist eine großartige Leistung, dass wir so viel in einer so kurzen Zeit erreicht haben, sagt CERN-Direktor Rolf Heuer in einer Aussendung. Bis verwertbare Ergebnisse da sind, wird es aber noch eine Weile dauern.
Volle Energie erst 2010
Noch treffen die Strahlen mit einer vergleichsweise niedrigen Energie aufeinander. Die volle Leistung von sieben Teraelektronenvolt (TeV) pro Strahl soll erst 2010 erreicht werden. Aber selbst bei der Hälfte dieser Maximalleistung könnten sich bereits großartige Entdeckungen manifestieren, erklärten die Forscher bei einer Pressekonferenz. Noch ist der LHC aber auch von dieser Energiemenge weit entfernt. Aktuell arbeitet er mit 450 Gigaelektronenvolt (GeV).
Erst beim Zusammenstoß der schnellen Teilchen entstehen die Bedingungen, unter denen die Forscher auf neue Entdeckungen hoffen. Mit der rund drei Milliarden Euro teuren Anlage wollen die Physiker dem Urknall so nahe kommen wie nie zuvor und fundamentale Rätsel der Natur lösen. Unter anderem wollen sie das Higgs-Teilchen finden, das bisher nur theoretisch exisitert und ein essenzieller Bestandteil des Standardmodells der Physik ist. "Wir haben schon jetzt ein sehr hohes Entdeckungspotenzial", sagte die CERN-Expertin Fabiola Gianotti. "Wir werden wahrscheinlich schon im nächsten Jahr etwas Großartiges entdecken."
Ein Jahr Reparaturpause
Der "Large Hadron Collider" (LHC) war am 10. September 2008 mit einem Bilderbuchstart in Betrieb gegangen, neun Tage später jedoch legte eine schwere Panne im Kühlsystem den unterirdischen Beschleuniger lahm. Zur offiziellen Eröffnung im Oktober vergangenen Jahres war die Anlage abgeschaltet. Die Reparaturarbeiten dauerten länger als zunächst erwartet. Erst nach mehr als einem Jahr wurde die Maschine nun wieder in Betrieb genommen.
(Ag./db)

CERN: Teilchenbeschleuniger in Aktion



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