Schnappschüsse des sterbenden Sterns

Der Himmelskörper wirft stoßweise Rauchringe aus.

Wenn Sterne ihrem Ende entgegengehen, ändern sich auch die Vorgänge in ihrem Inneren – mit massiven Auswirkungen auf die Umgebung. Schon seit geraumer Zeit beobachten Wissenschaftler mit moderner Technik den Himmelskörper U Antliae im Sternenbild Luftpumpe. Und stellten nun fest, dass dieser quasi beim Sterben Rauchringe ausstößt. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin „Astronomy & Astrophysics“.

In einigen Milliarden Jahren wird sich die Sonne zu einem Roten Riesen aufblähen, der die inneren Planeten – inklusive der Erde – verschluckt. Um mehr darüber herauszufinden, wie diese – ungünstige, aber doch fixe – Prognose im Detail ablaufen wird, untersuchen Wissenschaftler Sterne in ihrer letzten Lebensphase. Daran beteiligt sind u. a. Wissenschaftler der Uni Wien. „U Antliae war schon 2009 einer der ersten Sterne, den wir mit dem damals neuen Weltraumteleskop Herschel beobachtet und damit den von ihm ausgestoßenen Staub untersucht haben“, sagt Franz Kerschbaum vom Institut für Astrophysik. Nun konnten die Forscher erstmals Verteilung, Menge und Geschwindigkeit der in den letzten paar tausend Jahren ausgestoßenen Gase genau messen.

 

Kleine Bögen wie Girlanden

„Jetzt sehen wir tatsächlich das Material, wie es dort wegfliegt. Das zeigt uns Details, die wir bisher gar nicht vermuten konnten: kleine Bögen, die fast wie Girlanden aussehen, feine Strukturen und auch die Geschwindigkeiten dieser Gasfetzen“, sagt der Astronom. Der Masseverlust des Sterns vollziehe sich nicht gleichmäßig, sondern erinnere vielmehr an einen stotternden Motor. Man habe nun zum ersten Mal beobachtet, dass der Stern alle paar tausend Jahre eine Art Rauchring herausblase. (APA/gral)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.09.2017)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Kommentar zu Artikel:

    Schnappschüsse des sterbenden Sterns

    Schließen

    Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
    Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.