Gammastrahlen aus Radiogalaxie

Gewaltige Energie kommt aus dem schwarzen Loch in Centaurus A.

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Gammastrahlen Radiogalaxie
(c) EPA (ESO / HO)

Centaurus A, 14 Millionen Lichtjahre von uns entfernt, ist die fünfthellste Galaxie am Himmel. Noch imposanter ist sie in nicht sichtbaren Bereichen des elektromagnetischen Spektrums. So im Bereich der Radiowellen – mit Frequenzen zwischen Kilo- und Gigahertz –, darum spricht man auch von einer Radiogalaxie.

Schon im sichtbaren Bereich ist Centaurus A sehr groß, im Radiobereich aber noch viel größer: Dieser bildet zwei „Radioblasen“, symmetrisch und in einem Abstand von fast einer Million Lichtjahre zum Zentrum der Galaxie. In diesem vermutet man ein Schwarzes Loch mit einer Masse von bis zu einigen Milliarden Sonnenmassen. (Das schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie hat „nur“ vier Millionen Sonnenmassen.) Aus diesem aktiven Zentrum kommen Jets aus sehr schnellen geladenen Teilchen, sie versorgen die Radioblasen mit Energie.

Viel energiereicher als Radiostrahlung ist Gammastrahlung: Diesen Bereich des elektromagnetischen Spektrums erschließt das Weltraumteleskop Fermi, das seit fast zwei Jahren um die Erde kreist. Astronomen – darunter Anita und Olaf Reimer (Uni Innsbruck) – berichten nun in Science (1.4.), dass aus den Radioblasen überraschenderweise auch Gammastrahlung kommt. Sie entsteht offenbar durch (Compton-)Streuung der allgegenwärtigen Photonen des Mikrowellenhintergrunds – der ältesten Strahlung des Universums – an den schnellen geladenen Teilchen in den Radioblasen. Um die gemessene Gammastrahlung zu erklären, müssen diese Teilchen eine Energie von mindestens 100 Gigaeelektronenvolt haben – Energie, die aus dem aktiven Zentrum kommen muss. tk

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2010)

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