Mars 500: Astronauten simulieren Langzeitmission

Der Mars ist der Planet, der uns in unserem Sonnensystem am nächsten ist. Dementsprechend viele Mythen und Legenden ranken sich um ihn. Bisher konnte aber noch kein Mensch einen Fuß auf den Roten Planeten setzen. Eine Handvoll Astronauten simulierte nun einen Flug zu unserem Nachbarn im Sonnensystem und zurück.(c) EPA (Nasa)

Das Privileg eines Besuchs blieb bisher Robotern und Sonden vorbehalten. Projekte wie Mars Express oder diverse Mars Rover haben Wissenschaftler viele neue Einblicke in Struktur und Geschichte des Planeten gegeben.(c) AP

Das Projekt Mars 500 sperrte sechs Menschen in Moskau in einem Raumschiffnachbau ein. Damit sollen die Auswirkungen eines Fluges zum Mars auf Körper und Psyche von Astronauten simuliert werden. Initiiert wurde es von der ESA und der russischen Raumfahrtbehörde.(c) EPA (SERGEI CHIRIKOV)

Drei Russen, zwei Westeuropäer und ein Chinese lebten seit 3. Juni 2010 in fünf Modulen mit insgesamt 180 Quadratmetern Fläche, die in einer Halle am Rande von Moskau aufgestellt wurden. Dazu gehören neben dem "Raumschiff" auch eine Landefähre und eine nachempfundene Mars-Landschaft für Außenmissionen.(c) EPA (SERGEI ILNITSKY)

Selbst bei Krisen, egal welcher Natur, waren die Versuchskaninchen auf sich allein gestellt. Dank Videoüberwachung konnte die "Bodenkontrolle" aber jederzeit einschreiten, falls Lebensgefahr droht.(c) EPA (SERGEI CHIRIKOV)

Die Teilnehmer bekamen 520 Tage lang weder Freunde oder ihre Familie noch Tageslicht zu sehen. Die Kommunikation per Funk zur "Bodenstation" fand genauso wie im Weltraum mit wachsender Entfernung von der Erde zeitverzögert statt - im schlimmsten Fall bis zu 20 Minuten in eine Richtung.(c) AP (Oleg Voloshin)

Einen Test hatte die ESA zusammen mit dem russischen Institut für biomedizinische Probleme (IBMP) schon vergangenes Jahr gemacht. Das Experiment dauerte allerdings nur 105 Tage. "Ich muss zugeben, dass ich jegliche langfristige Wahrnehmung für Zeit verloren habe", sagte danach der deutsche Bundeswehr-Offizier Oliver Knickel, der mit von der Partie war. Die 15 Wochen seien ihm wie "drei oder vier Wochen" vorgekommen.(c) EPA (SERGEI ILNITSKY)

Dreimal simulierten die Teilnehmer einen Ausstieg auf den Roten Planeten. In schweren Raumanzügen bewegten sich drei Teilnehmer über eine nachempfundene Marsoberfläche. Die ESA und das IBMP hatten für die Astro-, Kosmo- und den Taikonauten zudem eine Reihe von Überraschungen auf Lager: von Unterbrechungen der Kommunikation bis zu simulierten Notfällen durch Systemausfälle.(c) EPA (SERGEI ILNITSKY)

Der Langezeit-Test werde den Weg für künftige Generationen ebnen, "die häufig zum Mars fliegen werden", ist sich der italienisch-kolumbianische Teilnehmer Diego Urbina sicher. Um wie bei einem echten Raumflug kein Wasser zu verschwenden, durften die Teilnehmer nur alle zehn Tage duschen.(c) REUTERS (SERGEI KARPUKHIN)

Die ESA sieht das Experiment als wichtigen Schritt, um die Machbarkeit einer Mars-Mission zu belegen. Zum Roten Planeten wird es aber kaum ein Teilnehmer des Container-Experiments in Wirklichkeit schaffen. Einen echten Mars-Flug werde es nicht vor dem Jahr 2030 geben, sagt der ESA-Vertreter in Russland, Rene Pischel. Dabei seien weniger technische Hürden das Problem. "Die größte Herausforderung ist Geld."(c) AP (Ivan Sekretarev)
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