Dass es allen gut gehe, wenn es der Wirtschaft gut geht, bezweifelte der Ökonom Richard Easterlin (Los Angeles) erstmals 1973: In den USA waren die Menschen allen Steigerungen des Sozialprodukts zum Trotz langfristig nicht glücklicher geworden. Seitdem wird über „Easterlins Paradox" - „über lange Zeiträume steigt das Glück nicht mit dem Wohlstand" - debattiert und gerechnet.
Nun hat sich der Forscher wieder selbst eingeschaltet und für 54 - von schwach bis hoch entwickelte - Länder Geld und Glück bilanziert: „Der Zusammenhang ist Null." Besonders drastisch zeigt sich das bei explodierenden Ökonomien wie denen von Chile, China und Südkorea, überall hat sich das Pro-Kopf-Einkommen in weniger als 20 Jahren verdoppelt. Aber die Menschen fühlen sich nicht glücklicher (Pnas, 13. 12.).
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.12.2010)
