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Mehr Forschung, mehr Frauen, mehr Tempo

09.03.2011 | 18:14 |   (Die Presse)

Uns geht es immer noch sehr gut, aber die Zukunft findet anderswo statt: Wie kann Österreich seinen Wohlstand behaupten? Eine Expertenrunde fand in der Akademie der Wissenschaften Antworten auf wichtige Fragen.

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Wien/Gau. Uns geht es immer noch sehr gut, aber die Zukunft findet anderswo statt: Das ist die vage Sorge der „Menschen von der Straße“. Aber ist sie berechtigt? Das wollten das Wirtschaftsforum der Führungskräfte und die „Vienna International School of Thought“ wissen. In Kooperation mit der „Presse“ luden sie Experten in die Akademie der Wissenschaften.

Ökonom Gunther Tichy relativierte die oft beklagte Wachstumsschwäche Europas im Vergleich zu den USA. Zwar wachse die US-Wirtschaft meist schneller, das Pro-Kopf-Einkommen aber nicht – „weil die Bevölkerung dort jedes Jahr um ein Prozent wächst, die europäische aber nur um 0,1 Prozent“. Monika Kircher-Kohl, Chefin von Infineon Österreich, ortete „massive Wettbewerbsnachteile“ Österreichs durch die schwache Frauenpräsenz: „Uns fehlen weibliche Führungskräfte und auch Technikerinnen – auch im Vergleich zu Italien.“

 

Erfolg nur in Hightech-Nischen

Für Richard Kühnel, den Vertreter der EU-Kommission, muss Europa stärker zusammenwachsen, um seine Wachstumsziele zu erreichen. Alle waren sich einig, dass Österreich nur in Hightech-Marktnischen im globalen Wettbewerb bestehen kann. Und dazu brauche es vor allem eines: mehr Geld von Wirtschaft und Staat für Forschung und Entwicklung. Norbert Rozsenich, der die Forschungspolitik als Sektionschef lange mitbestimmt hat, sieht in der aktuellen „FTI-Strategie“ der Regierung „viel zu wenig Neues“.

„Junge Industrie“-Vorsitzende Therese Mitterbauer beklagte vehement den politischen Reformstau. Aber auch in der Privatwirtschaft stimme das Tempo oft nicht, ergänzte Kircher-Kohl. Um im Wettbewerb mit den „hungrigen“ Schwellenländern zu bestehen, „müssen wir einfach schneller und flexibler reagieren“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2011)

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3 Kommentare
periskop
10.03.2011 18:07
1 0

Davon hängt der Wohlstand nicht ab!

Weder mehr Forschung, noch mehr Frauen noch mehr Tempo bringen für sich genommen Wohlstand. Das tun diese Dinge nur, wenn sie zu Produkten führen, die in Preis und Leistung besser sind, als die der Konkurrenz.
Um den jetzt noch bestehenden Vorsprung Österreichs halten zu können, fehlen aber nicht nur die Technikerinnen, sondern vor allem die Techniker!

Antworten Gast: Jako
13.03.2011 10:10
0 0

Re: Davon hängt der Wohlstand nicht ab!


"Uns fehlen Techniker!"

Ich merke allerdings nichts davon. Ich komme aus Forschung & Entwicklung (fast 30 Jahren Berufserfahrung) und bewerbe mich laufend im High-Tech-Bereich.

Allerdings hält sich die Nachfrage nach Erfahrung schwer in Grenzen!

So schaut`s aus.

p.s. Bin gespannt, wie lang dieser "Jugendwahn" dauert?






Gast: caz
09.03.2011 18:31
1 0

Gar nicht

Denn die Industrie wandert wegen des globalen Konkurrenzdrucks eben dort hin wo die Lohnstückkosten am niedrigsten sind. Und das ist nur sehr selten Österreich. Durch die massive Abwanderung von Know-How wird die Basis für Neuansiedlunegn immer dünner. Wissen und Fertigkeiten um den Herstellungsprozess eines Gutes die einmal weg sind und dadurch auch nicht mehr erweitert und verfeinert werden können, kommen nicht wieder so einfach zurück. Dafür würde es einen Vorteil bei anderen Produktionsfaktoren brauchen. Die Schwellenländer generieren den Technologietransfer durch billige Löhne oder niedrige Umweltauflagen. Was hat Österreich heir zu bieten? Eine relativ gute Kapitalaustattung und eine vergleichsweise intakte Infrastruktur. Aber die Infrastruktur verfällt an allen Ecken und Enden und durch das permanente Handelbilanzdefizit fließt Kapital netto ab. Selbst wenn alle Frauen gleichzeitig Präsidentin werden würden oder Führungspositionen ausschließlich von Frauen besetzt würden, würde sich am Umstand dass Österreich global einfach nicht mehr Wettbewerbsfähig ist nichts ändern. Die Zukunft spielt sich viel weiter östlich ab. Wer Wohlstand sucht muss sich mit der RICHTIGEN Ausbildung in den Tiegerstaaten eine Existenz aufbauen. Aber ob uns in diesen Staaten jemand haben will ist sehr fraglich...