Skeptiker: "Goldenes Brett" für Lichtnahrungs-Film

Die Skeptiker-Vereinigung GWUP hat den Preis für die "Größte Unsinnigkeit auf dem Gebiet der Esoterik" verliehen. Der Preisträger hielt eine Dankesrede.

Skeptiker Goldenes Brett fuer
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Skeptiker Goldenes Brett fuer
(c) GWUP

Peter-Arthur Straubinger ist der erste Preisträger der Auszeichnung "Goldenes Brett vor dem Kopf". Sein Film über "Lichtnahrung" wurde am Donnerstagabend im Rahmen einer dreitägigen Tagung der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) als "größte Unsinnigkeit auf dem Gebiet der Esoterik" prämiert. Drei der 482 Nominierten schafften es "für Verdienste um die Verblödung der Menschen" in die engere Auswahl - die Dokumentation machte schließlich das Rennen. "Schön, dass ich den bekommen habe", meinte letzterer über die goldene Trophäe, die er persönlich entgegennahm. Kaum jemand habe sich so mit seinem Werk auseinandergesetzt wie die Skeptiker. Die "Auszeichnung" sei ein "Ausdruck der anderen Seite" und habe zum Erfolg beigetragen.

"Mein Film sollte Menschen bewegen und zu Diskussionen anregen" sagte Straubinger in seiner "Dankesrede" und verwies darauf, dass seine Doku bei Kosten von 425.000 Euro 100.000 Zuseher gefunden hatte. Er habe niemanden dazu auffordern wollen, "nichts zu essen", sondern "das materialistische Weltbild zu hinterfragen". Konkret handelt das Werk von Menschen, die völlig auf Essen und Trinken verzichten und sich nur von "feinstofflicher Energie" bzw. "Licht" ernähren sollen.

"Science Buster" Werner Gruber zeigte sich in seiner "Laudatio" froh darüber, dass es "zum Glück bis dato durch den Film keine Todesopfer gibt" und betonte, jeder könne zwölf Tage ohne Nahrung auskommen. Besonders bedenklich und lebensgefährlich sei der geschilderte Verzicht auf Flüssigkeitsaufnahme bzw. deren Ausscheidung. Dreist sei darüber hinaus, die Quantenmechanik als Erklärung heranzuziehen. "Damit kann man so ziemlich alles argumentieren. Kaum jemand kennt sich damit aus", meinte der Physiker.

Auf der am vergangenen Sonntag fixierten Shortlist für das "Goldene Brett" fanden sich auch die Österreichische Universitätsprofessorin Claudia von Werlhof für ihre Ausführungen über künstlich erzeugte Erdbeben und Vulkanausbrüche und Mario Max Prinz zu Schaumburg-Lippe, der via "AstroTV" ein "Reichtumselixier" vertreibt. Letzterer nahm in einer Videobotschaft zu seiner Nominierung Stellung. Seiner Eltern wiederum wohnten der Tagung bei und vergaben am Ende ihrerseits einen mit Seesternen verzierten "Klodeckel" an die Veranstalter. Begründung: "Auf diesem Brett sind alle Menschen gleich."

Weitere Themen am Donnerstag waren unter anderem die Homöopathie, Mythen rund um das Thema Wasser und eine originelle Show zur Frage "Wissenschaft oder Zauberei?". "Ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht", meinte eine jugendliche Zuhörerin am Ende der heutigen Veranstaltung. Eines hat sich am Publikumstag eindeutig gezeigt: Naturwissenschaften können Spaß machen - und sogar unterhalten. An der TU geht es morgen und am Samstag unter anderem um den "Mozart-Effekt", Erdbebenmaschinen, Alternativmedizin und "Energie als Metapher".

(APA)

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