Ein Stern, der rasend rotiert wie kein zweiter

Eine Astronomin der Uni Wien war bei der Entdeckung von VFTS120 mit dabei. Forscher vermuten, dass er ein sogenannter „Ausreißerstern“ ist.

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(c) EPA (Nasa)

Mit 500 Kilometern pro Sekunde, vielleicht gar mit 600, dreht sich in einer Entfernung von 160.000 Jahren in der Großen Magellanschen Wolke ein Stern, der die 25-fache Masse unserer Sonne hat: VFTS120. So rasch rotiert kein anderer bisher bekannter – unsere Sonne kommt auf zwei Kilometer pro Sekunde, unsere Erde gar nur auf einen halben –, er geht an die Grenzen, die Fliehkräfte zerreißen ihn fast. Wie ist er zu diesem Tempo gekommen?

Die Forscher, unter ihnen Ines Brott (Uni Wien), haben VFTS120 mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile gesichtet: Er rotiert nicht nur um sich selbst, er rast auch mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit durch das All. Deshalb vermuten die Forscher, dass er ein sogenannter „Ausreißerstern“ ist. So einer ist zunächst Teil eines Doppelsternsystems, der ständig Materie von seinem Begleitstern absaugt und dadurch immer größer wird und rascher rotiert. Den letzten Schwung gab ihm sein Begleiter, als der selbst als Supernova explodierte (Astrophysical Journal Letter, 22.11.). Diese Entstehungsgeschichte ist Spekulation, aber sie wird dadurch gestützt, dass sich in der Nachbarschaft von VFTS120 mögliche Überreste einer Supernova befinden, ein Pulsar und eine Gaswolke. jl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2012)

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