26.05.2012 02:25 | Meine Presse Merkliste 0

Könnten Elefanten Australien vor Buschbränden retten?

01.02.2012 | 19:52 |  von Jürgen Langenbach (Die Presse)

Forscher regt Import und Freisetzung von „Mega-Grasern“ und Raubtieren an.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Vor drei Jahren brannte Australien: Am 7. Februar 2009 – dem „Black Saturday“ – standen im Süden des Kontinents über 400.000 Hektar in Flammen, 173 Menschen kamen ums Leben. Das war außergewöhnlich, aber Australien ist immer vom Feuer bedroht, letztes Jahr etwa standen fünf Prozent des Kontinents in Flammen.


Das liegt mit daran, dass zu viel brennbares Material da ist, Biomasse, die nicht mehr anderweitig weggeschafft wird. Ganz früher einmal sorgte dafür die Natur, mit Beuteltieren groß wie Nilpferde. Aber dann, vor 50.000 Jahren, kam der Mensch, und die großen Tiere gingen; es ist unklar, ob er sie rasch erjagte („Blitzkrieg“) oder ihnen durch seine Landnutzung langsam die Habitate nahm („Sitzkrieg“). Wie auch immer, zunächst sprangen die Menschen selbst ein – die Aborigines – und entsorgten die überschüssige Biomasse gefahrlos mit gezielten Brandrodungen.


Aber dann kam wieder der Mensch, der Europäer, er wandelte das Land in Agrarland um und verwandelte es in ein Experimentierfeld für eingeführte Arten, Kaninchen, Ziegen, Gamba-Gras. Letzteres überwuchert inzwischen Savannen im Norden, und es wächst so hoch, dass kein örtliches Tier seiner Herr wird, kein Rind, schon gar kein Känguru. In Afrika wird es von Elefanten und Nashörnern kurz gehalten – deshalb möge Australien die „Mega-Graser“ importieren, regt David Bowman von der University of Tasmania an: „Die Idee mag absurd erscheinen“ und auch mit „größeren Risiken“ verbunden sein, erklärt der Forscher, aber anders werde man die Brände nie los. (Und die Elefanten hätten auch etwas davon, sie würden nicht, wie in Afrika, gewildert.)
Immerhin, das Wissenschaftsjournal Nature hat er überzeugt, es publizierte die Idee. Und nicht nur diese: Um all die vierbeinigen Umweltsünden – auch verwilderte Kamele und Esel etc. – wieder loszuwerden, will Bowman Raubtiere ins Land holen, Komodo-Warane etwa.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

6 Kommentare
Murray
06.02.2012 09:04
0 0

Man sollte meinen,

dass die Australier nach

Kaninchen

Opuntienkakteen

Kamelen

genug von derartigen Experimenten haben. Vielleicht wäre es ja besser, nicht neue Tier- und Pflanzenarten anzusiedeln sondern die Australier abzusiedeln...

Gast: Gasttt
03.02.2012 12:28
2 0

Ganz gute Idee, das mit den Elefanten.

Sollten die sich nicht wie geplant verhalten und selbst größere Schäden anrichten, lassen sie sich problemlos wieder ausrotten... die Viecher sind zu groß, um sich zu verstecken und explosionsartig vermehren tun sie sich auch nicht wirklich - viele würden eine Menge Geld dafür zahlen, vom Helikopter aus einen zu schießen.

Die Sache mit den Raubtieren finde ich weniger toll - die fressen dann nämlich nicht die Tiere, auf die sie eigentlich angesetzt wurden, sondern die, die am langsamsten sind beim Wegrennen. Und das sind meistens einheimische Arten...

Gast: Be-obachter
02.02.2012 20:40
2 0

Die Idee mit den Nashörnern

halte ich für gut, weil in Afrika für deren überleben eh nicht garantiert werden kann und weil die sich nicht so rasant vermehren.

Komodowarane find ich nicht so gut, das wär ja das gleiche wie mit den Riesenkröten, den Kanickeln und anderen eingeschleppten Viehzeug.

Gast: Karl Karl
02.02.2012 18:19
0 1

Wahnsinn....

...was Wissenschafter nicht alles tun, nur um irgendeine Arbeit in einem Journal zu publizieren, oder in den Medien aufzutauchen.

Gast: speibender regenbogen
02.02.2012 00:59
0 1

YEAAAHHH!!!!

den teifel mit dem belzebub austreiben! terraforming in reinstform!

Antworten Gast: Grummelobart2
02.02.2012 10:37
2 1

Re: YEAAAHHH!!!!

Dachte gerade an ein uraltes Fix und Foxi Comic aus meiner Kindheit, das eine ähnliche "Problematik" behandelte:

Maus im Haus, man holte sich Katze.
Um die Katze loszuwerden, holte man einen hund.
Um den Hund loszuwerden, holte man einen Tiger.
Um den tiger loszuwerden holte man einen Elefanten.

Und um den wiederum loszuwerden, wurde eine Maus ausgesetzt...