Vor drei Jahren brannte Australien: Am 7. Februar 2009 – dem „Black Saturday“ – standen im Süden des Kontinents über 400.000 Hektar in Flammen, 173 Menschen kamen ums Leben. Das war außergewöhnlich, aber Australien ist immer vom Feuer bedroht, letztes Jahr etwa standen fünf Prozent des Kontinents in Flammen.
Das liegt mit daran, dass zu viel brennbares Material da ist, Biomasse, die nicht mehr anderweitig weggeschafft wird. Ganz früher einmal sorgte dafür die Natur, mit Beuteltieren groß wie Nilpferde. Aber dann, vor 50.000 Jahren, kam der Mensch, und die großen Tiere gingen; es ist unklar, ob er sie rasch erjagte („Blitzkrieg“) oder ihnen durch seine Landnutzung langsam die Habitate nahm („Sitzkrieg“). Wie auch immer, zunächst sprangen die Menschen selbst ein – die Aborigines – und entsorgten die überschüssige Biomasse gefahrlos mit gezielten Brandrodungen.
Aber dann kam wieder der Mensch, der Europäer, er wandelte das Land in Agrarland um und verwandelte es in ein Experimentierfeld für eingeführte Arten, Kaninchen, Ziegen, Gamba-Gras. Letzteres überwuchert inzwischen Savannen im Norden, und es wächst so hoch, dass kein örtliches Tier seiner Herr wird, kein Rind, schon gar kein Känguru. In Afrika wird es von Elefanten und Nashörnern kurz gehalten – deshalb möge Australien die „Mega-Graser“ importieren, regt David Bowman von der University of Tasmania an: „Die Idee mag absurd erscheinen“ und auch mit „größeren Risiken“ verbunden sein, erklärt der Forscher, aber anders werde man die Brände nie los. (Und die Elefanten hätten auch etwas davon, sie würden nicht, wie in Afrika, gewildert.)
Immerhin, das Wissenschaftsjournal Nature hat er überzeugt, es publizierte die Idee. Und nicht nur diese: Um all die vierbeinigen Umweltsünden – auch verwilderte Kamele und Esel etc. – wieder loszuwerden, will Bowman Raubtiere ins Land holen, Komodo-Warane etwa.
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