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Karriere: Frauen, traut euch doch – in die Arena!

02.02.2012 | 18:24 |  JÜRGEN LANGENBACH (Die Presse)

Dass Frauen selten in Spitzenpositionen kommen, liegt auch an ihrer mangelnden Bereitschaft, mit Männern zu konkurrieren. Innsbrucker Forscher zeigen, dass Fördermaßnahmen den Mut heben.

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Wenn kleine Kinder spielen, dann stehen sie auch miteinander in Konkurrenz, unabhängig davon, ob sie Burschen oder Mädchen sind. Aber im Alter von fünf Jahren ändert sich das: Nun treten Burschen eher in Konkurrenz, Mädchen halten sich zurück. Das hat Folgen, Konkurrenz belebt die Leistung, auch das weiß man von Kindern: Burschen rennen rascher, wenn sie mit anderen um die Wette laufen, als wenn sie alleine laufen.

Woher diese Differenz kommt, ist unklar, aber sie könnte den lange beklagten Missstand mit erklären, dass Frauen es im Berufsleben seltener in Spitzenpositionen schaffen. Das wird auf ihre Doppelbelastung zurückgeführt oder auch auf die traditionelle Frauenrolle und natürlich auf Diskriminierung durch Männer. Aber es könnte auch schlicht daran liegen, dass Frauen weniger Wettbewerb riskieren – nicht zeigen, was sie können. Und dort könnte ansetzen, wer die „Geschlechterlücke“ schließen will.

Das empfiehlt Matthias Sutter (Finanzwissenschaft, Uni Innsbruck), der die Zusammenhänge im Labor erkundet hat: Er hat 360 Testpersonen Rechenaufgaben ausführen lassen, alleine für sich oder in Konkurrenz mit anderen, es ging um echtes Geld. In der ersten Runde, in der jede/r für sich rechnete, gab es 0,50 Euro pro gelöster Aufgabe, in der zweiten, im Wettbewerb, gab es jeweils 1,50 Euro, aber nur für die beiden Sieger.

Dann kam Runde drei: Nun mussten die Probanden entscheiden, ob sie je für sich oder im Wettbewerb weitermachen wollten. Zusätzlich simulierte Sutter Maßnahmen, mit denen die Chancen von Frauen im Berufsleben gefördert werden. Er führte (a) Quoten ein – unter den beiden Siegern musste eine Frau sein, die Beste der Frauen war also automatisch dabei, er ermunterte mit (b) Zusatzpunkten für Frauen, und er praktizierte, was es in Österreich etwa bei Besetzungen von Lehrstühlen gibt: Ist unter den an der Spitze gereihten Kandidaten keine Frau, wird die Ausschreibung (c) wiederholt.

 

Kooperationsbereitschaft bleibt erhalten

Alle Maßnahmen hoben die Bereitschaft der Frauen, sich in die Arena zu wagen: Ohne Anreiz taten das 30 Prozent, Wiederholung (c) brachte 38, Quoten (a) trieben den Anteil über 50, Zusatzpunkte (b) wirkten noch stärker (Science, 335, S.579). Dann kam eine letzte Runde des Experiments, ein Test der Kooperationsbereitschaft: Würden sich Männer, die gegen Frauen wegen (a), (b) oder (c) verloren hatten, mit mangelnder Zusammenarbeit rächen? „Es gibt keinen negativen Effekt, das hat außer uns noch niemand gezeigt“, berichtet Sutter der „Presse“: „Und das ist im Alltag wahnsinnig wichtig.“ Die Männer schickten sich drein, mit Grund: In der ersten Runde hatte sich gezeigt, dass sie und die Frauen – im Durchschnitt – gleich gut waren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.02.2012)

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23 Kommentare
Gast: Österreicher
22.02.2012 18:24
0 0

Jede Wette

dass es mindestens eine Studie gibt die genau das Gegenteil aussagt.
Liebe Frauen, macht das Beste aus eurem Leben - ihr habt nur das eine.
Liebe Männer, macht das Beste aus eurem Leben - ihr habt nur das eine.

Chauvinist
04.02.2012 21:01
2 1

Peinlich, peinlicher - Frau!

Ich würde mich - wäre ich eine Frau - in Grund und Boden genieren, wenn ich eine Stelle nur auf Grund der Quote erhalte.
So wird sich das schwache Geschlecht nie Respekt verdienen.

Gast: Gast2
03.02.2012 20:32
2 0

Prioritäten

Man kann nicht alles haben im Leben! Vielleicht will eine Mehrheit der Frauen sich von sich aus mehr auf Familie konzentrieren und ist gar nicht so sehr an einer beruflichen Karriere interessiert. Soll man diese Frauen zwingen?

Ich kenne auch genug Arbeitnehmer, die mit ihrem Job und ihrer Position zufrieden sind und nicht Karriere machen wollen. Soll man diese Leute zur Karriere zwingen, das Peter-Prinzip umsetzen?

Möglicherweise wäre es viel wichtiger, sichere Jobs zu schaffen und Jobs, die mit Familie in Einklang zu bringen sind, anstatt immer mehr befristete Hochrisikopositionen für Karrieristen-"Superstars".

Gast: Ein Ätzer
03.02.2012 19:03
2 3

Da sieht man's!

Solange Frauen die Aussicht auf einen Bürgen für ihren Unterhalt fehlt, strengen sie sich an!

Gast: Hunter
03.02.2012 18:08
5 3

Fördern muß man nur Versager.


Gast: Gasti
03.02.2012 17:07
4 4

Was soll man da noch sagen, es ist doch schon alles gesagt!

Lasst doch Frauen Frauen und Maenner Maenner sein.

Warum meinen irgendwelche perversen Spinner, sie muessten aus Frauen Maenner und aus Maennern Frauen machen?

Wenn Frau lieber im geschuetzten Heim bleiben und sich um die Kinder kuemmern will, dann soll sie doch genau das tun - es entspricht doch ihrem Naturell. Umgekehrt, wenn ein Mann nichts besser findet, als auf schnellstem Weg und mit hoechstem Risiko ans Ziel zu kommen (oder dabei 'drauf' zu gehen) - dann soll auch er das tun. Auch das entspricht seinem Naturell.

Mann und Frau sind eben verschieden. Und das ist gut so.

to tell the bloody truth

mir ist es auch zu blöd mich mit Affen von Männern zu matchen...


Gast: Gscheitbert
03.02.2012 09:01
3 1

Neulich im Augarten

Ein Bub und ein Mädchen auf einem Fahrrad, Schlagloch im Boden:

Bub: Poltert geradeaus drüber.

Mädchen: Bremst ab, schaut, fährt drum herum.

Ich weiß, nicht die Weltformel, aber wer mit offenen Augen durch die Welt geht, erkennt die Unterschiede und wozu sie 20 Jahre später beruflich führen.

Gast: Denkmodern
03.02.2012 05:55
5 3

Der Gender Schwachsinn wird auch vorbeigehen


El Barato
02.02.2012 23:15
5 1

Conclusio

Frauen sind nur dann risikobereit, wenn sie ermutigt werden.

Männer sind es von Natur aus (tendenziell).

Warum soll es nun der Job der Allgemeinheit sein, Frauen entgegen ihrer offensichtlichen Natur zu fördern?

Antworten pck0
03.02.2012 08:39
3 5

Re: Conclusio

Nur: Ist das wirklich "Natur" oder die Gesellschaft, die traditionelle Rollenbilder schon von der Kindheit auf fördert? Und wieso sollten wir uns überhaupt darum sorgen, was natürlich ist, das ist unsere Lebensweise seit tausenden Jahren sowieso nicht mehr.

Überhaupt: Wenn sich für hochqualifizierte Stellen nur 50% des potentiellen Kandidatenpools bewerben, was entgeht einem da?

Antworten Antworten Kerberos
05.02.2012 11:33
2 0

50% des potentiellen Kandidatenpools

Wenn die anderen angeblich 50% den Job nicht wollen - warumsollte man sie dazu nötigen?
Wer einen Job gar nicht will, kann ihn auch nicht gut machen.

Re: Re: Conclusio

interessant, also die Frau trägt das Risiko nur, wenn sie vorher abgesichert ist und ihr - sprich - nichts passieren kann. der Mann muss das Risiko tragen, egal ob er abgesichert ist oder nicht. (weil es sonst niemand für ihn tut) das heißt die Feigheit der Frauen wird eigentlich weiter staatlich gefördert und die alten Rollenklischees aufrecht gehalten. oder müssen die Männer jetzt bis ans Ende der Tage diesen Schwachsinn finanzieren? (Steueraufkommen von Männer vs. Frauen)

die Gesellschaft ist wer? die berühmte unsichtbare Hand?

Antworten Antworten Antworten pck0
03.02.2012 10:11
3 6

Re: Re: Re: Conclusio

Von welchem Risiko sprechen Sie? Das Risiko bei einer Stellenbewerbung leer auszugehen? Das Grauen, das Grauen!

Das Steueraufkommen ist irrelevant, nur weil einer mehr zahlt als der nächste hat er nicht mehr Bestimmungrsecht. Abgesehen davon, schon klar, dass besser Verdienende in besseren Positionen mehr Steuern zahlen...

Gesellschaft sind wir alle, no na.

Antworten Antworten Antworten Antworten Kerberos
05.02.2012 11:35
1 0

Von welchem Risiko sprechen Sie?

Von dem Risiko, einen Job ausüben zu müssen, den man eigentlich gar nicht will (weil man zur Bewerbung gedrängt wurde).

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Myxlmynx
04.02.2012 07:14
2 0

Re: Re: Re: Re: Conclusio

Ja wenn die Stelle eh nicht erstrebenswert ist, warum müssen wir dann entgegen jedem Gerechtigkeitssinn Frauen hineinquotieren?

Eh?

Re: Re: Re: Re: Conclusio

Was ist das für eine Antwort?

im Zuge des "Gender Budgeting" ist das Steueraufkommen nicht irrelevant - Einzahler und Nutznießer.

Alles andere lasse ich links liegen.

Antworten Antworten El Barato
03.02.2012 08:50
3 0

Re: Re: Conclusio

Ah ja, die Lieblingsargumentation der Sozialarchitekten.

Wenn die selben "Rollenbilder" sich in so ziemlich allen Gesellschaften in allen Epochen verdächtig ähnlich präsentieren (und nein, irgendwelche obskuren Stämme fallen NICHT ins Gewicht) und sich diese trotz jahrzehntelanger Umerziehung einfach nicht ändern wollen (siehe Berufswahl der Frauen), dann stehen Sie mit Ihrer Argumentation auf schwachen Beinen.

Weiters will ich ja niemandem etwas verbieten - also geht Ihre 50%-Argumentation ins Leere. Es ist ja im Gegenteil so, dass Sie eigentlich Frauen zu etwas motivieren möchten, was diese wie es scheint tendenziell nicht wollen.

Frauen wird ja sowieso überall der Rote Teppich ausgerollt.

Und jetzt mal ganz ehrlich: wollen Sie über eine Brücke fahren, die von jemandem konstruiert wurde, den (bzw. die) man erst mühsam überreden musste, Ingenieur(in) zu werden?

Antworten Antworten Antworten pck0
03.02.2012 10:20
3 5

Re: Re: Re: Conclusio

Sprechen Sie von den selben Gesellschaften, in denen schon immer Rassismus und Homophobie normal waren und deren Ansichten dazu sich jetzt aber ändern? Wenn sich das ändert, warum nicht auch andere Dinge? Wenn sich jahrtausende alte Rollenbilder nicht in 30 Jahren ändern können, dann sollte man aufgeben?

Der Sinn von Motivation ist es doch, nicht motivierte Leute dazu zu bringen, etwas zu tun, Motivierte muss man eh nicht motivieren. Es ist ja auch nicht so, dass Frauen gegen ihren Willen durchs Ingenieursstudium gezerrt werden und dann gehts "bittebitte bau uns eine Brücke - bäh na gut aber mich scherts eigentlich nicht"

Antworten Antworten Antworten Antworten El Barato
03.02.2012 11:00
2 3

Re: Re: Re: Re: Conclusio

Sie verstehen von Motivation scheinbar ca. soviel wie ein Zitronenfalter vom Zitronen falten. Demnach müssten Sie ja auch Frauen dazu motivieren wollen, am Bau, am Hochofen, bei der Müllabfuhr etc. zu arbeiten. Aber da schreit ja niemand danach - lustigerweise wird nur bei den (physisch) komfortablen Management-Jobs gejammert, dass die ach so bösen Männer angeblich konspirieren, um die armen Frauen an ihrer wohlverdienten Selbstverwirklichung zu hindern. Kommt Ihnen das nicht auch eigenartig vor?

Und nur weil die natürlichen Neigungen der Geschlechter sich nicht mit der Ihren decken, schuldet Ihnen die Gesellschaft dennoch nicht, sich zu ändern.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten pck0
03.02.2012 12:56
3 3

Re: Re: Re: Re: Re: Conclusio

Eine kurze Google Suche ergibt einige Initivativen für Frauen am Bau etc., bei vielen Lehrberufen gibts ohnehin immer Mangel an Leuten, und Posten mit hohen Anforderungen wäre es besonders tragisch, wenn nicht alle potentiell qualifizierten Personen in Frage kämen.

Weil sich so viele Leute offenbar persönlich angegriffen fühlen, zumindest vom aggressiven Ton der Diskussion: Es gibt keine bewusste Männerverschwörung , die die Frauen niederhält (auch wenn es genug frauenfeindliche Männer gibt), das Problem liegt im System, es werden schon von klein auf Kinder vollkommen unterschiedlich behandelt. Daraus ergeben sich auch Probleme für Männer (huch!), kaum ein Mann will Erzieher werden, dementsprechend gibts vom Kindergarten an keine männlichen Rollenbilder, die Erziehung ist weiblich, kein Wunder, dass die Burschen aufmucken und den Großteil der verhaltensauffälligen Kinder stellen, ebenso Schulabbrecher usw. Soll das so bleiben weil Lehrer sein offenbar nicht in der "Natur" der Männer liegt? Was liegt überhaupt in der Natur und warum soll uns das in unseren Großstädten mit Autobahn und Supermarkt interessieren? Wie kann man von natürlichen Neigungen sprechen, wenn wir in allem so sehr von der Kultur beeinflusst sind?

Noch einmal: Sie sind nicht schuld, dass Frauen gegenüber Männern benachteiligt sind (und umgekehrt), Sie sind kein Frauenfeind, nur weil Sie in einer Gesellschaft leben, die leider so ist, Sie selbt halten die Frauen sicher nicht zurück.

Friede? :)

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kaspar Hauser
07.02.2012 16:05
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Conclusio

"es werden schon von klein auf Kinder vollkommen unterschiedlich behandelt."

Sagt Ihnen der Name David Reimer was?

Lesen Sie mal nach: http://de.wikipedia.org/wiki/David_Reimer

Das Buch von Colapinto zu der Geschichte sollten Sie auch lesen, das zeigt recht deutlich, was z.B. passiert, wenn man einen Buben wie ein Mädchen behandelt.

Re: Re: Re: Re: Conclusio

Dumm Dümmer pck0 - tut mir Leid, aber anders kann man auf diese Nicht-Kommentare nicht antworten. Realitätsverweigerung war schon immer die Hauptdisziplin von den Tugendwächtern.