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Alzheimer: Überraschende Therapiehoffnung

09.02.2012 | 18:24 |   (Die Presse)

Die Medizin konnte bisher keine Hoffnung machen, aber US-Forscher brachten an Mäusen Zeichen und Verhalten des Leidens zum Verschwinden. Mit einem Krebsmittel.

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Morbus Alzheimer, der Schrecken der alternden Gesellschaften, ist kein mildes Versinken im Vergessen, er ist eine bittere Niederlage im Kampf gegen versagende Teile des eigenen Gehirns. Manche bäumen sich auf in ohnmächtigem Zorn – das hat gerade Rudi Assauer, Ex-Manager von Schalke 04 im TV-Outing getan –, andere wollen das Heft nicht aus der Hand geben und greifen zur Pistole, Gunther Sachs tat es. Die Medizin konnte bisher keine Hoffnung machen, obwohl an dem seit 111 Jahren bekannten Altersleiden geforscht wird wie nirgends sonst. Man kennt nur zwei Zeichen der Krankheit im Gehirn, Zusammenballung von Proteinen (Plaques) und Verdrillung von Nervenfasern (Fibrillen), und man weiß, dass zehn Prozent der Fälle erblich sind, der Rest kommt spontan.

Und man kann immer früher diagnostizieren – das ist eher fragwürdig, solange es keine Therapie gibt. Aber nun kommt völlig überraschend Hoffnung, höchst vorsichtige: Ein Team um Gary Landreth (Case Western Reserve University) hat an Mäusen mit gentechnisch eingebautem Alzheimer ein Medikament getestet, das für gewöhnlich gegen Krebs eingesetzt wird: Bexaroten. Die Idee war so weit hergeholt, dass sich kaum Forschungsgelder fanden.

 

Mäuse erinnern sich ans Nestbauen

Aber die Kur hatte Erfolg: Die Plaques lösten sich teilweise auf, sehr rasch, nach sechs Stunden waren 25 Prozent verschwunden, nach drei Tagen 75 Prozent. Und dann änderte sich auch das Verhalten: Mäuse bauen Nester, sie verwenden gern Papiertaschentücher, die sie in kleine Stückchen zerreißen und dann aufschlichten. Die Alzheimer-Mäuse hatten das vergessen, sie rührten die Papiertaschentücher nicht an. Aber nach drei Tagen bauten sie wieder Nester, auch ihre geschwächte Reaktion auf Düfte kehrte zurück (Science, 9.2.).

„Wir haben ein mögliches Versprechen auf eine Therapie für Alzheimer entdeckt“, schließt Landreth, „aber wir müssen sehr klar sagen: Das Medikament wirkt sehr gut an Mäusemodellen. Ob es bei Menschen ähnlich ist, müssen wir erst klären. Wir sind in einer sehr frühen Phase.“ jl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2012)

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3 Kommentare
Gast: Markus Trullus
13.02.2012 21:01
0 0

widersprüche...

Interessant ist allerdings das Ergebnis der bayrischen Nonnen, die sich zu einer Untersuchung nach dem Tod bereit erklärt haben. Viele hatten das Gehirn einer Alzheimer, aber sie waren mit 95 noch in der Buchhaltung, schrieben Artikel, lösten schwierige Rätsel, beteten und arbeiteten, und führten das Kloster. Schon eigenartig, oder?

Gast: die Demez ist ein Hund
10.02.2012 01:17
3 8

Ich hab' den Artikel zwar eben gelesen...

...mir aber nicht gemerkt was drinnen stand.

Antworten astuga
10.02.2012 02:28
3 8

Re: Ich hab' den Artikel zwar eben gelesen...

Welchen Artikel?