Österreich steckt nach einem rasanten Aufholprozess in der Gruppe der „Innovation Followers“ fest: Im aktuellen „Innovation Union Scoreboard“, das diese Woche veröffentlicht wurde, belegt das heimische Innovationssystem unter den EU-27 den achten Rang. Vor zwei Jahren war es noch der sechste Platz, im Vorjahr der siebente. Die Ursache für den leichten, aber stetigen Rückfall Österreichs ist nicht eine Verschlechterung der eigenen Performance, sondern ist darin zu suchen, dass andere Länder raschere Fortschritte machen.
Der Unterschied innerhalb der Gruppe der Innnovation Followers – etwa Großbritannien, Frankreich oder die Niederlande – ist relativ gering. Allerdings ist der Abstand zu den „Innovation Leaders“ (die skandinavischen Länder und Deutschland) groß. Was diese Länder besonders auszeichnet ist laut dem Bericht ein hoher Anteil von Forschungsausgaben der Wirtschaft und eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und privater Hand.
Österreich konnte sich im Jahresvergleich in einigen Punkten verbessern, etwa bei wissenschaftlichen Publikationen oder bei Patent- und Musterschutzanmeldungen. Rückschläge gab es indes bei einer traditionellen Stärke: bei den innovativen Klein- und Mittelbetrieben (KMU). Die größten Schwächen Österreichs sind weiterhin der Anteil an Hochschulabsolventen, die Verfügbarkeit von Risikokapital und die Umsetzung von Wissen in Innovationen.
Diese Schwächen sind der heimischen Forschungspolitik durchaus bewusst: Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner betonte, dass KMU stärker in das Innovationssystem einbezogen werden müssten. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle sieht einen wesentlichen Schlüssel in der Stärkung der Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2012)
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