Die erste europäische Vega-Rakete ist erfolgreich zu ihrem Jungfernflug gestartet. Der Lastenträger hob am Montag um 11 Uhr MEZ problemlos vom Weltraumbahnhof Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana ab. An Bord waren zwei Test-Satelliten sowie sieben Mini-Satelliten. Die neue Trägerrakete soll die Beförderung von kleinen Satelliten ins All billiger und schneller machen.
Die Vega-Rakete ist mit ihren 30 Meter Länge der Kleintransporter der europäischen Raumfahrt. Sie kann je nach Art und Höhe der gewünschten Umlaufbahn Nutzlasten mit einer Masse zwischen 300 und 2500 Kilogramm ins All bringen. Die Vega füllt damit eine Lücke in der Raketenfamilie, die bisher aus der mehr als 50 Meter hohen Ariane 5 und der mittelgroßen, von Russland zugekauften Sojus besteht. Die Entwicklung der Vega hat 1998 begonnen und 790 Millionen Euro gekostet. Die Rakete wird vor allem in Italien gebaut.
Vega sollte bei ihrem Jungfernflug in 1450 Kilometern Höhe zunächst den kleinen italienischen Wissenschaftssatelliten LARES aussetzen, der nur einen Durchmesser von 37 Zentimetern hat, aber 400 Kilogramm schwer und mit 92 Reflektoren ausgestattet ist. Von der Erde aus soll er mit Laserstrahlen beschossen werden, um einen von Albert Einstein in seiner Relativitätstheorie beschriebenen Effekt genauer zu messen. Danach soll 350 Kilometer tiefer der rund 13 Kilogramm schwere Test-Satellit ALMASat-1 ausgesetzt werden.
An Bord der Vega waren auch sieben Würfel-Satelliten mit nur zehn Zentimeter Seitenlänge, die weniger als ein Kilogramm schwer sind. Sie waren im Rahmen eines europäischen Programms aus dem Jahr 2007 von Studenten entwickelt worden; darunter sind die ersten rumänischen, ungarischen und polnischen Satelliten. Nach einem Erfolg des Jungfernfluges ist ein zweiter Vega-Flug für Anfang 2013 vorgesehen.
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(Ag.)

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