Klimawandel: Als Pferde klein wie Katzen wurden

23.02.2012 | 20:00 |  Von Jürgen Langenbach (Die Presse)

Eine Erwärmung um fünf Grad ließ die Tiere vor 55,5 Millionen Jahren in kurzer Zeit um ein Drittel schrumpfen, Pferde gar auf Katzenformat.

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Solange Saurier die Erde regierten, machten sich die Säuger klein, größer als Mäuse wurden nur wenige. Aber vor 65 Millionen Jahren gingen die alten Herren, wahrscheinlich wegen eines Asteroideneinschlags, nun übernahmen die Säuger die Habitate und das Regiment. Und sie blühten auf, an Artenvielfalt, Kopfzahl und, vor allem, Körpergröße. Aber kaum zehn Millionen Jahre später begannen viele von ihnen wieder zu schrumpfen, Pferde gar auf Katzenformat.

Das ist im Grunde nichts Besonderes, Tiere können (relativ) rasch ihre Körpergröße ändern, wenn die Umwelt es erfordert, etwa dann, wenn ein Stück Kontinent plötzlich zur Insel wird wie einst Sizilien. Dann wird die Nahrung knapp, die großen Tiere schrumpfen: Die Elefanten auf Sizilien wurden gerade noch einen Meter hoch, auf der indonesischen Insel Flores war es ebenso, dort verzwergten auch die Menschen. Im Gegenzug werden auf Inseln kleinen Tiere groß, weil es dort oft keine Räuber gibt.

Aber dieser „Inseleffekt“ kann nicht dafür gesorgt haben, dass mitten in Nordamerika – im Bighorn Basin, Wyoming – vor 55 Millionen Jahren die Pferde geschrumpft sind. Sie waren ohnehin klein wie Hunde (und hatten 5,6 Kilo Gewicht), dann verzwergten sie in nur 130.000 Jahren um ein Drittel, auf Katzengröße (und 3,9 Kilo). Vielen anderen Säugern in der Region erging es ähnlich. Philip Gingerich, Paläontologe an der University of Michigan, hat es als Erster bemerkt, bei Ausgrabungen 1989. Und er vermutete die Bergmann'sche Regel dahinter.

Diese ist nach einem Biologen benannt, dem 1847 aufgefallen ist, dass Tiere in Äquatornähe kleiner sind als zu den Polen hin. Das stimmt auch für die meisten Arten, 71 Prozent der Säuger, 76 der Vögel, 80 der wechselwarmen. Allerdings ist umstritten, woher es kommt, es könnte entweder direkt an der Temperatur liegen: Größere Körper haben geringere Wärmeverluste, weil Volumen stärker wächst (mit dem Kubik) als Oberfläche (mit dem Quadrat). Oder es könnte indirekt an der Temperatur liegen, daran, dass es in Äquatornähe oft auch trockener ist und die Natur nicht so viel Nahrung produziert.

Sauerstoffisotope archivieren das Klima

Warm wurde es vor 55,5 Millionen Jahren, da brach das Paläozän/Eozän-Thermalmaximum an: Die Temperaturen stiegen innerhalb von 10.000 Jahren um fünf Grad. Das wusste man schon, es zeigt sich nun auch in den Zähnen von 44 fossilen Pferdchen. Ross Secord (University of Florida) hat sie nach Größe geordnet, datiert und auf ihre Sauerstoffisotope analysiert, in denen die Temperaturen archiviert sind: Je höher sie stiegen, desto kleiner wurden die Zähne. Hinweise auf Dürre fanden sich hingegen nicht (Science, 335, S. 959).

Ein Drittel kleiner wegen fünf Grad mehr? Damals kamen sie in 10.000 Jahren, heute sehen manche Ähnliches in kaum 100 Jahren kommen. Gingerich nimmt es gelassen: „Wenn wir so weiter tun wie bisher, werden wir bald keinen Meter mehr groß werden. Das ist vielleicht gar nicht schlecht. Und wenn das das Schlimmste ist, was kommt, können wir zufrieden sein.“

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47 Kommentare
 
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Kommt eigentlich

die WWF-Werbung mit den Eisbärli in diesem Forum,die angeblich ohne Eis hungern müssen,auch von der GRÜNEN Familie Langenbach?

Nimm dir doch bitte mal folgendes Video zu herzen:

http://www.youtube.com/watch?v=W_veZ24nC3g

Ich würde mir wünschen, hier nicht mehr wieder wirklich ekelhaften Untergriffigkeiten lesen zu müssen.

Re: Nimm dir doch bitte mal folgendes Video zu herzen:

Seit wann leben Eisbärli vom Eis?

Das sind fleischfressende Raubtiere,Grünschnabel!

Argumentam ad Personam

1.: Video nochmal anschauen
2.: Verstehen, waurm persönliche Angriffe kein Argument ersetzen
3.: ????
4.: Profit!

Aber vielleicht brauchst du auch noch das hier: http://www.youtube.com/watch?v=kgdDK4XMpm0

Da geht es im Strohmänner. Das mit den Eisbären ist nämlich ein Strohmann.

Aaron, ich kann mich nicht erinnern, von dir ein durchgängiges Argument gelesen zu haben. Würde mich aber freuen, wenn du mal eines zustande bringst.

Vielleicht schaffst du es auch mal in einem Ton, der nicht auf Kindergarten- oder Stammtischniveau herumkrebst (siehe auch: http://diepresse.com/unternehmen/645788/Die-Presse-Digital-Forenregeln ).

Ich hab nichts dagegen, wenn man mich wegen meinen Fehler anschießt, von mir aus auch mit derben Schimpfworten, aber ohne Inhalt wird es dröge.

Erstaunliche Genauigkeit bei Zeitangaben.

"vor 55,5 Millionen Jahren" täuscht eine Genauigkeit vor, die es nicht geben kann. Hier muss es Konfidenzintervalle von ein paar Millionen Jahren geben. Eine korrekte Angabe könnte z. B. lauten: "Mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent zwischen 53 und 58 Millionen Jahren".

Wie man bei einer solchen Schwankungsbreite sagen kann, dass zwei Proben nur 10.000 Jahre auseinanderliegen, ist unerklärlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die 10.000 Jahre stimmen, geht gegen Null!

Ein Zeitraum von nur 100 Jahren übersteigt das Auflösungsvermögen der Zeitbestimmungsmethoden ungeheuer.
Es kann daher niemand wissen, ob eine Temperaturänderung innerhalb von 100 Jahren, wie wir sie heute erleben, ein seltenes Ereignis ist oder ob es das schon unzählige Male gegeben hat!

Die heutige Erderwärmung als ungewöhnlich und einmalig hinzustellen, ist purer Alarmismus ohne wirkliche Grundlage!

Re: Erstaunliche Genauigkeit bei Zeitangaben.

Die Greenpeacler können zwar immer wieder rot stricheln,haben aber keine FACHLICHEN Gegenargumente aufgrund ihrer mangelnden naturwissenschaftlichen Ausbildung.

Es gibt keinen Greenpeacler,der je hat gewonnen einen Nobelpreis für Naturwissenschaften,

nur der Mister Al Gore

für Frieden über das IPCC,das ja bekanntlich auch durch Greenpeace stark verseucht ist.

Antworten Antworten Gast: Judas Ben Hur
27.02.2012 21:36
4

Re: Re: Erstaunliche Genauigkeit bei Zeitangaben.

"mangelnden Ausbildung" - Hauptsache Sie haben noch nie gehört/gelernt, dass nach Satzzeichen ein Leerzeichen gemacht wird.

Komischerweise

übernimmt Mister Jürgen Langenbach immer wieder Klima-Wandel- Meldungen des Mag.Jürgen Doppler aus dem standard.at?

Mark Perry für die Krone usw.

Greenpeace hat eben ein gutes Netzwerk für ihre Klima-Wahn-Horror-Meldungen in den Medien.

Fächerübergreifende Crankology.

Ich stelle mir vor, dass in der Redaktion eine Wette gelaufen ist, wer es als erster schafft, die Cranks aus zwei verschiedenen Themenbereichen in die gleiche Kommentarbox zu bringen.

Und hier haben wir den Gewinner, Evolutions-Trolle und Klimawandel-"Skeptiker", alle auf einen Streich.

Und das ganze, ohne etwas von Innenpolitik zu schreiben. Respekt :)

"Größere Körper haben geringere Wärmeverluste" - Dies trifft aber nicht auf den Menschen zu, da mehr Oberfläche bedeutet, dass man mehr Fläche zu schwitzen hat und dadurch mehr Wärme abführen kann. Im Übrigen waren die Neandertaler klein und gedrungen während die einwandernden Menschen aus Afrika groß und schlank waren. Was wiederum meine These stützen würde. Aber Herr Langenbach schrieb ja explizit nicht von Tieren (mit Fell) sondern nur von "großen Körpern"
Na ja, hab' ich so jedenfalls noch nie gehört. Aber es wird sich bestimmt jemand finden der's mir erklärt. ;-)

Re:

Die Gorillas als unsere nahen Verwandten im tropischen Regenwald sind auch viel größer und gewichtiger als die Inuits und sonstige polare Natur-Völker.

Gast: Be-obachter
24.02.2012 16:25
0

Keine Ahnung, ob das nun auf alle Tierarten zutrifft,

als passionierter Insektenzüchter weiss ich jedoch: wenn nicht ständig für Nahrungsnachschub gesorgt ist, werden die Tiere automatisch kleiner.

Tiere, welche ununterbrochenen Zugang zu Nahrung haben, in Verbindung mit Einzelhaltung und großem Raumangebot werden größer als bei Massenhaltung und Futterkonkurrenz.
Und da gibt es keine Ausnahmen, das ist empirisch.

Re: Keine Ahnung, ob das nun auf alle Tierarten zutrifft,

Masthendl im warmen Stall ebenso im Vergleich zu Freilaufhühnern der gleichen Rasse.

Gleichwarme Tiere sparen sich eben Energie,wenn es warm ist,verbrauchen aber mehr,wenn es kalt ist.


Und aus Spitzhörnchen

entstanden damals viel größere Halb-Affen und später Affen,Menschenaffen und unsere Vorfahren

und auch viele große Säugetiere und Vögel haben sich damals entwickelt!

Was soll dieser Blödsinn,Mister Jürgen Langenbach?

Welche naturwissenschaftliche Ausbildung haben Sie eigentlich?

Fachgebiet?

Re: Und aus Spitzhörnchen

Werter Fishhof, etwas mehr Respekt und ein angenehmere Umgangston wären schön.

http://diepresse.com/home/science/344819/Auszeichnung_UniProfessoren-ehren-Langenbach

Re: Re: Und aus Spitzhörnchen

Öffentliche Auszeichnungen durch eine bestimmte Lobby sind kein Argument,denn der Klima-Lügner Al Gore bekam sogar den Friedens-Nobelpreis!

Re: Re: Und aus Spitzhörnchen

Noch einmal!

Welche naturwissenschaftliche Ausbildung hat dieser Herr?

Wissenschafts-Journalismus ist keine naturwissenschaftliche Fachrichtung!

Re: Re: Re: Und aus Spitzhörnchen

Greenpeace ist keine naturwissenschaftliche Institution sondern eine Sekte,die von Quäkern gegründet wurde!

Schon gegoogelt den Namen Marianne Langenbach und Greenpeace?

Gast: Als Gast kommentieren
24.02.2012 09:23
1

Und was war in den diversen Eiszeiten und anderen Kälteperioden?

Sind die Säuger dann später bei Abkühlungen um 5 Grad oder mehr um 1/3 und darüber gewachsen? Obwohl wahrscheinlich das Futterangebot in den Eiszeiten nicht besser wurde?

Oder sind auf unserer Erde die Menschen im Norden generell um 1/3 - 2/3 größer als um den Äquator? Kann es sein, daß da evtl. die Massai doch nicht in das "Konzept" passen?

Möglicherweise gab es vielleicht doch verschiedene Gruppen von Säugern, die heute - wie die Dinos - längst ausgestorben sind!

Ich fürchte mich jedenfalls nicht, in den nächsten Jahren um 80 cm auf 1 m zu "schrumpfen" ...

Re: Und was war in den diversen Eiszeiten und anderen Kälteperioden?

Gorillas als eine unserer nächsten Verwandten sind im tropischen Afrika viel größer und gewichtiger als Inuits in der Polar-Region. Gigantopihecus als größter Primat lebte auch nicht am Polarkreis,sondern in subtropischen Gebieten Asiens.

Und wie war das bei den vergangen Klimakatastrophen?

Haben das auch die schlimmen Menschen mit Ihren Co2 Abgasen verursacht? Oder schert sich die Natur einen Schmarrn um die Menschen!
Q.

Könnte es

nicht auch Selektion durch größere Beutegreifer gewesen sein,

denn kleine Tiere sind bekanntlich flinker beim Davonlaufen und beim Verstecken?

Ebenso ein kleiner Genpool mit Mutationen zu Zwergwuchs?

Aber die "Klimawandler"haben immer nur eine Erklärung oder doch?

Die böse Klima-Erwärmung,

obwohl Kälte und Eiszeiten

die größten Katastrophen für die Natur waren

und und immer noch sind,

nicht hingegen warme angenehme Temperaturen ohne sinnlose Vergletscherung auf diesem Planeten.


Gast: lavater
23.02.2012 22:02
4

die Propheten der Vergangenheit sind wieder aktiv

Dann wird die Nahrung knapp, die großen Tiere schrumpfen:

Ist ja klar, wenn die Nahrung irgendwo knapp wird, dann reagiert die Evolution, alles wird kleiner, denn kleinere Lebewesen brauchen weniger Nahrung. Denn die Evolutionsmechanismen, die per Zufall agieren, wissen ja genau, dass im Land ein geringeres Nahrungsangebot ist, deshalb werden immer nur jene Individuen selektiert, die kleiner sind.

Haushalten: die Evolution KANN eben haushalten, die europäischen Staaten haben es noch nicht gelernt.

Und die Propheten, die nur in die Vergangenheit blicken, bringen uns dies pseudo"wissenschaftlich" bei.


Re: die Propheten der Vergangenheit sind wieder aktiv

hesperidae und pcko,
wir müssen uns Sorgen machen

Re: Re: die Propheten der Vergangenheit sind wieder aktiv

ich weiß, Herr Langenbach, ich weiß... Gehirnwäsche ist einfach etwas Furchtbares, da mag man schon fast nicht mehr zusehen =(

Antworten Gast: foobaro
23.02.2012 22:26
0

Re: die Propheten der Vergangenheit sind wieder aktiv

Die Mechanismen wissen nichts. Das ist auch nicht mal im Ansatz notwendig.

 
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