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Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da

07.03.2012 | 18:13 |  JÜRGEN LANGENBACH (Die Presse)

Die Sequenzen der Gorillas zeigen, dass wir teilweise enger mit ihnen verwandt sind als mit den Schimpansen.

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Um 480 v. Chr. brachte der Karthager Hanno aus Afrika drei Felle von „Gorillai“ mit, dem „Stamm haariger Frauen“. Für ihn war klar, dass die Trophäen von Menschen stammten, das ist für andere noch heute so, wenn es um Menschenaffen geht: Die braunen Riesen auf Borneo und Sumatra heißen bei den Indigenen Orang Utans, „Waldmenschen“. Carl von Linné, der große Systematisierer, übernahm das, für ihn war der Orang Utan Homo sylvestris. Erst nach Linnés Tod verbannte sein Schüler Christian Hoppius die anderen aus der Menschheit. Damit hatte diese eine Sonderrolle, auch dafür war früh plädiert worden, von Religionen, auch von Aristoteles.

Nun gut, das ist Semantik, aber wie eng sind wir wirklich miteinander verwandt, wir, die Hominidae, von denen außer uns noch drei existieren, Orang-Utans, Schimpansen (und Bonobos) und Gorillas? Von Letzteren liegt nun das gesamte Genom vor – die der anderen hat man schon –, es zeigt zunächst das Erwartete: Wenn man sich Gene als Wörter vorstellt und den gesamten Wortschatz der Arten übereinanderlegt, dann weichen die Buchstaben zwischen Menschen und Schimpansen in 1,37 Prozent voneinander ab – zu 98,63 Prozent sind wir identisch. Von den Gorillas trennen uns 1,75 Prozent, von den Orang-Utans 3,40 (Nature, 483, S.169).

Das ist nicht verwunderlich, Menschen und Schimpansen haben sich viel später getrennt – vor 3,7 Millionen Jahren – als ihr gemeinsamer Ahn es von dem der Gorillas tat (5,95). Das lesen bzw. rechnen die Gorilla-Sequenzierer um Richard Durban (Hixton) aus dem Genom bzw. den Mutationsraten. Es kann nur nicht stimmen, es widerspricht zu grob allen archäologischen Befunden: Die deuten auf eine Trennung von Mensch und Schimpanse vor fünf bis sechs Millionen Jahren. Die Forscher vermuten deshalb, dass sich die Mutationsraten mit dem Größerwerden der Hominidae geändert haben, sie rechnen noch einmal und kommen auf sechs bzw. zehn Millionen Jahre.

Seitdem gehen die Arten eigene Wege, aber viel hat sich parallel entwickelt, etwa das Gehör. Bisher vermutete man, es sei nur bei uns feiner geworden und das hänge mit der Sprache zusammen. Aber auch den Gorillas hat die Evolution die Ohren gespitzt. Ansonsten halten sich die Überraschungen in Grenzen, nur in einem Punkt wiegt der Laie den Kopf: Bei je 15 Prozent der Gene sind die Gorillas enger mit den Menschen oder den Schimpansen verwandt als Menschen und Schimpansen untereinander.

 

Hatten unsere Ahnen Sex mit ihren?

„Das sieht nur so paradox aus, weil man sich einen Stammbaum gern als einen des gesamten Genoms vorstellt“, erklärt Paläogenetiker Johannes Krause (Uni Tübingen) der „Presse“: „Aber ein Genom ist ein Mosaik aus vielen Puzzleteilchen, die in vielfacher Weise vererbt werden. Deshalb sind auch wir beide, Sie und ich, in manchen Genen enger mit Schimpansen verwandt als miteinander.“ Das ist auch zwischen uns und dem Gorilla so, es sind mehrere Wege denkbar. Nur bei einem winkt Krause ab: (folgenreicher) Sex zwischen Schimpansen und Gorillas und Menschen und Gorillas. Unvorstellbar ist das nicht, aber dagegen spricht, dass die engeren Gorilla-Anteile in Mensch und Schimpanse gleich hoch sind, eben 15 Prozent: Beide müssten sich zur gleichen Zeit und in großer Zahl mit Gorillas gepaart haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.03.2012)

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27 Kommentare
 
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Gast: Ich liebe die Tiere NICHT mehr als die Menschen, ABER ich liebe sie GENAU SO wie die Menschen!
09.03.2012 00:25
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Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

....da gibt es schon sehr viele Spekulationen darüber......ich weiss nur eines, wenn ich so einen Gorilla sehe, dann fühle ich mich ZUHAUSE, wenn ich einem Gorilla gegenüberstehe, dann ist es, als würde ich mich in den Spiegel schauen......es gibt in Europa einen Zoo(Freigehege)da tun sie mir auch ein bissi Leid, aber es geht ihnen gut dort, da habe ich einmal STUNDENLANG einen Silberrücken beobachtet, das war als würde ich bei meiner Familie sein, ich habe ihm dann einen kleinen Ast hingeworfen und bin dann gegangen, weil am Nachmittag mein Flieger ging.....ich musste zuhause immer an diesen Gorilla denken......und bin dann ca. ein Jahr später wieder hingeflogen, mein erster Gang war zu diesen Affen und als ich so eine Viertel Stunde dort gesessen bin und ihn wieder beobachtete, nahm er einen Ast und legte ihn vor mir bei der Absperrung hin, da musste ich dann weinen und bin dann jeden Tag zu ihm gegangen, es ist als gebe es "Verbindungen" zu Lebewesen, die wir mit unserem Alltagsgetue gar nicht wahrnehmen....ich habe ihm versprochen, dass ich wieder kommen werde!

Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

was mich wirklich interessieren würde ist, warum sich manche Menschen zu anderen Arten so hingezogen fühlen und sich danach sehnen eine "ganz besondere Verbindung" zu ihnen aufzubauen.

Sie sind alle ganz toll, keine Frage, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass einige Menschen ein wenig den Bezug verlieren.

Vielleicht liegt es ja daran, dass einige dazu neigen, die Tierwelt zu idealisieren. Ich selbst finde Primaten auch hochspannend, als ich dann aber gelesen habe, zu welchen Psychoterror sie fähig sind, ist mir ziemlich übel geworden (hat sie zwar nicht weniger spannend gemacht, aber man sieht diese Wesen dann doch mit anderen Augen). Wenn Menschen, wie Sie, erkennen würden, dass diese "wunderbaren Geschöpfe" so wahnsinnig sein können, wie so mancher Massenmörder, dann verpufft die rosarote Wolke ziemlich schnell.

Da spreche ich von Orang Utan, die Jungtiere ertränken, weil sie nicht wollen, dass ihr Pfleger sich noch jemand anderes widmet. Ich spreche von Schimpasen, die gemeinsam ins Territorium einer anderen Schimpasengruppe vordringen, um dort ein Junges zu zerreißen (und ich meine hier wirklich, dass der Schimpanse das Junge an den Beinen und den Armen festhält und dann entgegensetzt anreißt), um es dann wieder dem Muttertier entgegen zu werfen, um zu zeigen, dass sie sich dieses Territorium, das sie momentan nicht brauchen, jederzeit unter'm Nagel reißen könnten. Und danach gehen sie wieder.

Wenig großartig und liebenswert.


Antworten Antworten Gast: Wenn man liebt.......
09.03.2012 20:31
0 2

Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

aufzubauen ist nicht das richtige wort, denn die verbindung braucht man nicht aufzubauen, die verbindung ist ganz einfach da und daher kann man hier gar nichts verlieren, sondern man spürt ein wunderschönes gefühl.

idealisiert wird bei solch verbindungen überhaupt nichts!!

dieses schöne gefühl fühlt man und will auch gefühlt werden (kaugummi will gekaut werden, natürlich können sie ihn auch schlucken aber das ist nicht der sinn) und so ist es auch mit diesem positiven gefühl – gefühlt werden - die durch solch verbindungen da sind.

in dieser welt gibt es schönes und nicht schönes. jeder mensch kann ganz frei entscheiden worauf er seine wahrnehmung, aufmerksamkeit richtet. leider haben die meisten von uns die gabe, so auch sie Hersperiidae, sich auf “massenmörder“ zu konzentrieren und in welche richtung führt dies - zu wenig großartig und liebenwert.

jetzt nicht falsch verstehen – sich informieren, interessieren ist interessant aber wenn wir ehrlich sind, ist das meistens nicht der fall und viele ergötzen sich geradezu an negativen und dies alles unter dem deckmantel der information und analyse.

Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

Ja, sehen Sie, und hier haben wir wieder eine Idealisierung der Tierwelt.

Ich konzentriere mich gar nicht nur auf die negativen Dinge, ich schaue mir sehr genau beide Seiten an und ich versuche dabei eben nicht eine Seite zu idealisieren. Sie tun das aber schon, indem Sie sich nur die schönen Seiten ansehen.

Auch will beispielsweise der Kaugummi nicht gekaut werden - diese Substanz hat kein "Wollen" und genauso existieren Verbindungen zu anderen Lebewesen nicht einfach, sondern müssen aufgebaut werden.

Aber ich habe ein wenig den Eindruck, dass Sie sowieso in eine eher esoterische Richtung gehen, wenn Sie von "Verbindung" und dem "wunderschönen Gefühl" sprechen. Damit hätte sich die Diskussion für mich ohnehin erledigt.


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Wenn man liebt.......
10.03.2012 20:37
0 2

Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

@ Hersperiidae tierwelt - sie schreiben: hingezogen fühlen – bewusst erkennen - hier ist schon ein gefühl da, hier muss nix mehr aufgebaut werden (von mir aus können sie noch dazubauen ;- ) - hier existiert schon ein gefühl und das will gefühlt werden.

aber menschen die den bezug zu sich selbst verlieren sind gedanklich überall nur nicht bei sich selbst. diese menschen müssen sehr wohl erst aufbauen, denn als unachtsamer mensch kann man mit nichts – weder mit sich selbst noch tier- und menschen-welt - verbunden sein, weil die können den augenblick gar nicht wahrnehmen, nicht spüren, nicht genießen.

ich verherrliche die tierwelt nicht!!

kenne, beobachte natürlich auch die andere seiten. wenn diese "nicht schöne seite" ohne einmischung des menschen passieren soll sie es so sein und diese geschieht sicher nicht ohne sinn. wir menschen machen weit mehr sinnlosere dinge - erkennbare dinge - und das trotz wissenschaftsforschung.

Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

Beschreiben Sie doch bitte einmal, was gefühlt werden möchte, wenn Sie ein Tier erkennen (Sie verstehen vielleicht, dass ich mit Ihren Aussagen wenig anfangen kann, daher benötige ich genauere Infos dazu).

Zum letzten Absatz:
Wenn Schimpasen zur Machtausweitung andere Schimpasen terrorisieren, ist das ähnlich sinnvoll, wie wenn wir zur Machtausweitung andere terrorisieren.
Wenn z.B. Schimpasen weniger oft sinnlose Dinge machen als wir Menschen, dann macht es das nicht besser. Dass Sie aber sagen "aber wir machen weit mehr sinnlose Dinge" zeugt wieder von einer Idealisierung der Tierwelt. Dort werden leider (meiner Meinung nach) genauso oft sinnlose Dinge gemacht (manchmal, weil sie kognitiv nicht zu mehr in der Lage sind, manchmal aber auch obwohl sie kognitiv zu mehr in der Lage wären).

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11.03.2012 16:23
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

wunderschön, seinzustand.......eine runde sache..............da steht die welt still........................

mit all ihren facetten finde ich die tierwelt + natur - faszinierend - ergreifend. die tierwelt schädigen diesen planeten nicht und sind auch keine ausbeuter der natur. machtausweitung der menschen, schimpansen...unsere meist auf kindergartenniveau.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

=) und wieder idealisieren Sie. Merken Sie das denn gar nicht? Aber natürlich schädigt die Tierwelt die Natur! Arten sterben deswegen aus (früher schon, noch bevor es uns überhaupt gab), die eine Art rottet eine andere aus - genau das machen wir auch, wenn auch im größeren Stil. Die Tierwelt macht sich die Natur genauso selbst zu nutzen, wie wir das tun (abermals machen wir es wieder im größeren Stil, weil wir dazu in der Lage sind, aber Sie wissen gar nicht, ob das andere Tiere nicht tun würden, wenn sie könnten).

Mit der Aussage, dass unsere Machtausweitung auf Kindergartenniveau basiert und die der Schimpsen nicht, zeigt auch hier wieder eine Idealisierung, Schönfärberei, ein Nicht-Sehen-Wollen. Schimpasen betreiben auf ganz grauenvolle Weise Machtausweitung. Das ist Tatsache und daran lässt sich nichts schönreden. Das ist nicht schön, das ist grausam.

Dass Ihnen das nicht bewusst ist...

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12.03.2012 17:42
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

mit all ihren facetten finde ich auch die menschenwelt – faszinierend – ergreifend.

grausam... wer ist jetzt ihrer meinung nach grausamer - tier- oder menschenwelt?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

Für mich sind beide Welten in der Lage grausam zu sein - da gibt es kein Mehr oder Weniger. Gleichzeitig können beide Welten gleichermaßen großartig sein.

Aber die Tierwelt ist nicht besser, schöner oder wasauchimmer, als wir.

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13.03.2012 18:02
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

sind wir im prinzip das gleiche - zwischen uns und dem kleinsten lebewesen liegt der unterschied nur in der erscheinungsform.

... mensch einen verhungernden hund aufnimmt und dafür sorgt, dass er wohl gedeiht, ihm gut geht, wird er diesen menschen nie beißen - dies ist der wesendliche unterschied zwischen tier und mensch.

... menschen die tiere töten spricht man von notwehr, sport, ... , wenn ein tier einen menschen tötet, ist dies grausamkeit.

und jetzt wird es eng :-


Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

Der Unterschied liegt maßgeblich an der kognitiven Leistungsfähigkeit. So zu tun, als wäre irgendein Tier so klug, wie der Mensch ist ebenfalls eine Form der Idealisierung.

Momentan habe ich einige Fledermäuse bei mir in Pflege. Die Tiere sind zum Teil schwer verletzt, der Großteil war zum Glück nur ausgehungert. Aus den knapp 70 Tieren sind nur 7 gestorben, etwa 8 sind noch in Pflege, weil ihre Verletzungen noch ausheilen müssen (der Rest wurde solange gepflegt per Hand(!) bis man sie wieder frei lassen konnte). Von diesen 8 Verletzten, sind fünf bei mir in Pflege (wir teilen uns die Tiere immer ein bisschen auf). Obwohl ich keiner Fledermaus bisher wehgetan habe, ganz im Gegenteil: Ich versorge sie mit Wasser und Nahrung, gebe ihnen Schmerzmittel - dennoch muss ich Handschuhe tragen, denn immer wieder kommt es vor, dass mich eine Fledermaus beißt.

Ich wurde noch nie von einem Menschen körperlich angegriffen, dem ich geholfen habe. Sind Sie sich also sicher, dass Ihr Beispiel ein gutes Beispiel ist?

Ich spreche bei Tieren genauso von Notwehr, wenn es einen Menschen angreift (ist für das Tier viel zu gefährlich, deshalb macht es das nur, wenn es ums Überleben geht). ich spreche hier nicht von Grausamkeit. Wenn Menschen Elefanten für den "Sport" töten, ist das für mich grausam (und damit bin ich sicher nicht alleine).

Sie verdrehen (und idealisieren damit) hier einiges...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Wenn man liebt.......
14.03.2012 16:02
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

bewundernswert!!
vielleicht etwas trollig aber Sie sind GENIAL!

bei den kräftigen fledermauskrallen braucht man handschuhe...fledermausbisse...möglicherweise...vielleicht wollten sie "spielen" oder " waren liebesbisse", wer kann das wissen...

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

Die Tiere zeigen Lautäußerungen, wie sie in Freiland unter Drohungen und während Kämpfen bzw. bei Abwehrverhalten beobachtet werden. Darüber hinaus verbeißt sich das Tier mit all seiner Kraft und reißt mit dem Kopf nach links und rechts. Wenn scharfes Zetern (habe schon einmal beobachtet, wie eine Nebelkrähe einen Abendsegler angreift, weil das Tier am hellichten Tag ausgekommen ist - genauso schreit mich die Feldermaus auch an, wie sie eben die Nebelkrähe angeschrien hat) und diese Form von Beißen nicht helfen, dann stemmen sie sich mit ihrem Körper gegen die Hand, sodass sie mit ganzem Körpereinsatz Verletzungen hervorrufen können. Auch die Buccaldrüsen werden zur Schau gestellt (ebenfalls bei Fledermäusen als Abwehrverhalten bekannt). Das ist kein Spielen und auch kein Liebesbiss (das zu behaupten zeugt wieder von Idealisierung. Sie müssten sich das einmal ansehen, dann würde sie nicht anzweifeln, dass es sich hier um Abwehrverhalten handelt). Die Tiere haben Angst, weil sie nicht wissen dass ich ihnen nur helfen möchte (weil sie nun einmal nicht so gescheit sind, wie wir Menschen). Bei Handaufzuchten ist das eine ganz andere Sache - da passiert so etwas wirklich nicht. Aber bei wilden Tieren ist das sehr wohl ein Problem.

Nicht die Krallen sind eine Schwierigkeit - damit können sie nicht einmal etwas ausrichten, wenn sie möchten. Aber das Gebiss eines Großen Abendseglers kann schon blutende Bisswunden verursachen.
Also woher kommt es, dass Sie so zwanghaft idealisieren?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Wenn man liebt.......
15.03.2012 14:47
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

Die Hinterbeine der Fledermäuse sind im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren durch eine Drehung des Beines im Hüftgelenk nach hinten gerichtet, sie enden in fünf bekrallten Zehen. Diese dienen in der Ruhephase zum Aufhängen im Quartier, wobei eine besondere Konstruktion der Krallensehnen ein passives Festhalten ohne Muskelanspannung ermöglicht – dadurch bleiben auch tote Tiere hängen. wikipedia

ich finde all ihre gschichten hinreißend, informativ, sofern sie mich interessieren. geschichten sind zwar manchmal ein bissi zwanghaft -aber- sie sind alle – WIRKLICH ALLE - sehr, sehr schön geschrieben und für jeden deutschlehrer - ein genuss. und all ihr geschriebenes....wie viele erdumrundungen werden das wohl schon sein???

hui, jetzt wird es aber echt eng. vielleicht gibt es mal einen elefantenartikel, elefanten interessieren mich und von ihnen die elefantengeschichten, das wäre auch schön aber nur: wenn Sie die gerne schreiben, so, aus freien stücken.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

worüber reden wir jetzt und was hat die Greiffunktion mit Wehrverhalten zu tun?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: lav
15.03.2012 18:52
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

Merkst du nicht, dass das Wiesel von Christian Morgenstern auf dem Kiesel sitzt?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Wenn man liebt.......
16.03.2012 10:02
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

:-

dachte ich auch, und so entfernten wir uns vom eigentlichen thema...

:-))
wennschon, dennschon

Ein Wiesel saß auf einem Kiesel
Inmitten Bachgeriesel.
Wisst ihr weshalb?
Das Mondkalb verriet es mir im stillen:
Das raffinierte Tier
tat's um des Reimes willen.
(Christian Morgenstern 1871-1914)

Antworten Gast: Wenn man liebt.......
09.03.2012 09:47
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Re: Großcousin mit feinem Ohr: Das Gorilla-Genom ist da.....

berührend - sehr sehr SCHÖNE geschichte.

verbindungen zu lebenwesen sind etwas wunderbares und kann man in der natur immer wieder erleben, wenn man bei sich angekommen ist.

Gast: Be-obachter
08.03.2012 17:34
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Das wirft weitere Fragen auf:

Mensch und Schimpanse haben sich vor 3,7 Mio. Jahren getrennt.
Der aufrecht gehende Australopithecus (der trotz seines Namens "Südaffe") heute zu den Hominiden gerechnet wird) ist aber bereits 4 Mio. Jahre alt.
Der Australopithecus hatte keine langen Eckzähne mehr, die damaligen Menschenaffen hatten sie aber noch. Weiters hatte er grob 4-eckige Augenhöhlen, während die Affen seit jeher runde Augenhöhlen haben. Dann ist da auch noch die Sache mit der Kinnplatte.

Kurzum - ich bin überzeugt, dass sich Mensch und Menschenaffe viel viel früher getrennt haben müssen, um diese gravierenden Unterschiede hervorzubringen.

Re: Das wirft weitere Fragen auf:

bitte lesen Sie die Geschichte noch einmal,
diese Forscher kennen ja den Australopithecus schon auch, und auch den Sahelanthropus,
deshalb haben sie die 3,7 Millionen Jahre auf sechs korrigiert,
ob das mit der veränderten Mutationsrate ein guter Trick ist,
weiß ich allerdings eher nicht,
und der Sahelanthropus passt immer noch nicht ins Bild

viereckige Augenhöhlen hatte meines Wissens niemand,
und auch Ihren Hinweis auf die Kinplatte verstehe ich nicht

Antworten Antworten Gast: Be-obachter
10.03.2012 19:15
1 0

Re: Re: Das wirft weitere Fragen auf:

Sorry, war ein Lesefehler von mir - Sie haben recht, die 3,7 Mio. Jahre wurden von anderen Forschern auf 6 - 10 Mio. Jahre hinaufgeschraubt, was auch wesentlich plausibler erscheint.

Betreffend Augenhöhlen: beim H. sapiens haben die Augenöffnungen im Schädel keine so runde Form wie zB. bei den Affen-Primaten. Sie sind quer-länglich und erinnern an die Form der allerersten Fernseherbildflächen; also mehr rechteckig als rund, wiewohl mit abgerundeten Ecken und etwas schiefwinkelig...
Die Affen-Augenhöhlen sind jedoch rund wie die John Lennon-Brillen, von einzelnen Variabilitäten abgesehen.
Leider kann man hier keine Bilder einstellen, aber die Google-Suche nach Bildern hat bei mir Ergebnisse gebracht (Suchbegriff "Schädel Orang utan bzw. Gorilla").

Betreffend Kinnplatte: die Vorfahren der Primaten hatten Schauzen, die Kiefer waren daher V-förmig. Je mehr sich die Säugetierschnauze abflachte, umso nötiger erwies sich eine Verstärkung. Also wurde der Unterkieferknochen stärker. Bei der Abspaltung des Primatenzweiges entstand ein kleines Knochenstück (Kinnplatte) in der Spitze des V und verstärkte die seitlichen Kiefer. Dieser Knochen fehlt dem Proconsul sowie dem Australopithecus, ist aber seither bei jedem Affen zu finden. Allein schon durch das Fehlen oder Vorhandensein der Kinnplatte lassen sich Affen und Hominiden zuverlässig unterscheiden.

Ich weiss nicht, ob Sie das verifizieren werden, jedenfalls handelt es sich um ein hochinteressantes Thema.

Gast: ROTER OKTOBER
08.03.2012 04:44
0 5

So das war jetzt die Lehrmeinung und jetzt: lavater bitte kommen!


Re: So das war jetzt die Lehrmeinung und jetzt: lavater bitte kommen!

wollen wir das heute abkürzen?

Evolution ist böse, nur die Bibel hat recht, weil das so in der Bibel steht, dass sie recht hat, Lavatar ist großartig und was weiß ich, was noch und... ahja! So geniale Konzepte entstehen nicht per Zufall, Programmcode entsteht auch nicht per Zufall, Gott hat das alles gemacht und wir müssen ihn alle lieb haben...

Habe ich das ausreichend auf den Punkt gebracht? Wir kennen Lavatars Argumente dank unzähliger Wiederholungen eh schon auswendig, oder?

Antworten Antworten Gast: Kurzmitteilung
08.03.2012 16:28
0 3

Re: Re: So das war jetzt die Lehrmeinung und jetzt: lavater bitte kommen!

Lavatars Argumente dank unzähliger Wiederholungen eh schon auswendig - richtig!
Und in Lavatars ist auch Gott, in jeden von uns ist Gott und wenn sich Lavatars selbst lieb hat, haben wir ihn auch lieb - Naturgesetzt.

Re: Re: Re: So das war jetzt die Lehrmeinung und jetzt: lavater bitte kommen!

ich kenne Lavatar nicht und habe ihn daher nicht lieb (bin zu einer derartigen Gefühlsregung nur im Stande, wenn ich eine emotionale Bindung zu einer Person habe).

Bin wohl der Teufel, da in mir scheinbar kein Gott wohnt ;)

 
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