Im September 2011 brachte eine Meldung aus dem Gran-Sasso-Labor in den Abruzzen die Physik fast ins Wanken: Mitarbeiter des Forschungsprojekts Opera hatten vom Cern in Genf Neutrinos zu sich schießen lassen und gemessen, dass diese die 731 Kilometer rascher bewältigten – um 60 Nanosekunden –, als Licht für den gleichen Weg gebraucht hätte. Das widersprach der speziellen Relativitätstheorie – nichts kann schneller sein als das Licht –, es löste heftige Debatten unter Einstein-Freunden und -Widerlegern aus, viele Physiker vermuteten einen Messfehler.
Aber Opera besteht schließlich auch aus Physikern, 170 standen auf der Autorenliste der Sensation. Für sie alle sprach Antonio Ereditato (Bern), die Forschung selbst wurde von Dario Autiero (Lyon) koordiniert. Beide haben nun ihre Funktionen niedergelegt. Das ist der bislang letzte Schritt in einem zähen Rückzugsgefecht. Im Februar konzedierte Ereditato, dass mögliche Materialfehler – etwa an einem Glasfaserkabel, das die Uhren in Genf und im Gran Sasso hätte koordinieren sollen – hinter den 60 Nanosekunden stehen könnten. Im März erklärte eine zweite Gruppe im Gran Sasso, die auch Neutrino-Geschwindigkeiten misst – „Icarus“ unter Carlo Rubbia –, dass bei ihnen die Neutrinos der Relativitätstheorie gehorchten.
Da brodelte es Opera-intern schon stark, viele Mitglieder der Gruppe hielten die Publikation für verfrüht. Deshalb initiierten sie eine Vertrauensabstimmung über Ereditato, eine Zweidrittelmehrheit hätte ihn zum Rücktritt gezwungen. Die kam nicht zustande, aber 55 Prozent waren gegen ihn, daraus zog er die Konsequenz. In der Sache hält Opera daran fest, dass Experiment und Messung im Mai wiederholt werden. jl
Umstrittenes Neutrino-Experiment: Rücktritte der Forschungschefs
02.04.2012 | 16:56 | (Die Presse)
Die 170-köpfige Gruppe, die letztes Jahr am Cern überlichtschnelle Teilchen gefunden haben will, ist in internen Streit geraten und zerfällt.
14 Kommentare
Teilchen oder Welle
Meinem Verständnis nach handelt es sich bei Licht um ein elektromagnetisches Wellenteilchen (Photon), welches aufgrund seiner natürlichen Masse auf die Höchstgeschwindigkeit der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum begrenzt ist.Soll also heißen, dass es masselose Wellenteilchen auch ohne unendlich viel Energie in einen Ausbreitungszustand größer der Lichtgeschwindigkeit schaffen könnten!
selten so einen Schmarrn gelesen
ich erspare uns jetzt auf all Ihre Fehler in Ihren zwei Sätzen einzugehen.Re: selten so einen Schmarrn gelesen
Bitte erklären Sie mir, welchen "Schmarrn" ich geschrieben haben soll!An der Universität Ihres Vertrauens
wird ihnen geholfen.Ich schätze, 2-3 Semester sollten fürs erste reichen.
Re: Teilchen oder Welle
Ein Photon hat keinerlei Masse ansonsten könnte es sich ja auch nicht mit Lichtgeschwindigkeit bewegen.Ein Photon ohne Masse ist ein Photoff
E=h.f=m.c^^2E..Energie des Photons,
h..Plank Konstante,
f..Frequenz des Photons,
c..Lichtgeschwindigkeit,
und
m..Masse des Photons.
Leider falsch!
1. Photonen haben keine Masse.2. Die Gleichung E=m.c^^2 beschreibt die Umwandlung von Masse in Energie und umgekehrt. Energie hat keine Masse, aber man kann sie in Masse umwandeln.
Re: Ein Photon ohne Masse ist ein Photoff
Danke für die InfoDer Streit könnte auch ...
... historische Gründe haben.Seit Einsteins Relativitätstheorie galt die "Lichtmauer" als unüberwindbar, und sie ist es bis heute geblieben.
Einsteinkritiker kamen auch (nicht nur aber vorwiegend) aus dem antisemitischen Lager.
Noch nie ist es gelungen, die "Lichtmauer" zu durchbrechen, und es wird auch nicht gelingen, weil dazu unendlich viel Energie nötig wäre. Für diese Erkenntnis muss man kein CERN-Experte sein. Es genügen Physik-Basics.
Diejenigen, die die "Überlichtgeschwindigkeit" an die Presse und ihre - naturwissenschaftlich nicht gerade gebildeten - Vertreter weitergegeben haben, stehe natürlich nun als Trottel da.
Innerhalb der Physik
sind Spinner weitaus seltener als es in manchen Diskussionen den Anschein hat.Den "Einsteinkritikern" mit eigener Haushypothese zum Zustand der Welt mangelt es meist schon an elementarem Wissen. Da werden ein paar erlesene und erhörte Versatzstücke nach dem Muster des "techno babble" zu einer "Theorie" zusammengeklebt, die meist nicht einmal das Verhalten zweier idealer Billardkugeln zufriedenstellend erklärt.
Wenn es irgendwann eine neue Theorie (meinetwegen auch mit Überlichtgeschwindigkeit, Warpantrieb und Orgon) geben sollte, kann diese nur evolutionär sein - schließlich muß sie, bevor sie zur Erklärung neuer Phänomene ansetzen kann, die bekannten Phänomene, die durch die Newtonsche und Einsteinsche Physik hervorragend erklärt werden, mindestens ebensogut beschreiben.
Re: Der Streit könnte auch ...
muss man gleich Einstein-Kritiker sein um nicht an die absolute Unüberwindbarkeit der Lichtgeschwindigkeit zu glauben? Ich glaube nicht, dass es einen Physiker gibt, der an die Unumstößlichkeit auch nur einer Theorie glaubt - irgendwann fängt alles an sich zu ändern (meistens mit der Größenordnung), ob zu unseren Lebzeiten Einstein noch "widerlegt" wird bezweilfe ich, denn widerlegen heißt in Wirklichkeit auch nur die Theorie erweitern - siehe Newton'schen Axiome zu Einstein'schen Relativitätstheorie oder klassischer Begriff des "Zustands" und Quantentheorie - alles ist und bleibt relativRe: Der Streit könnte auch ...
Na wie schön, dass hier offenbar ein theoretischer Physiker unter uns ist, der ganz einfach und schnell errechnet hat, (durch einfache Physik natürlich), dass nichts schneller sein kann, als Licht. Ohne jetzt irgendwas darüber auszusagen, ob es je möglich ist oder nicht, aber zu behaupten, es könne nie möglich sein, ist vorallem für einen Laien wohl eher unangebracht.Wobe Laie, vermutlich haben sie einen Doppeldoktor in Couchsitzen und rummotzen.
Re: Re: Der Streit könnte auch ...
Überlichtgeschwindigkeit ist einfach science-fiction, mit Betonung auf fiction.Das ist der Stand der Wissenschaft. X-fach experimentell belegt und in praktischer Anwendung, ohne Anzeichen auf irgendwas anderes. Es wäre für einen Laien eher unangebracht. etwas ANDERES zu sagen.
