Drogen: Nun kiffen auch die Alten

05.04.2012 | 01:10 |   (DiePresse.com)

Der Anteil bei älteren Erwachsenen 50 plus hat sich bei Cannabis verzehnfacht. Andere illegale Drogen werden kaum konsumiert, nur der Verbrauch der Amphetamine ist gestiegen.

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Der Konsum illegaler Drogen ist eher eine Sache für junge Menschen, aber auch diese werden älter und geben ihre Gewohnheiten nicht auf. Zumindest machen sie das nicht in England und vor allem London, das zeigt eine Umfrage einer Gruppe um Robert Stewart (King's College): Demnach sind nur die Älteren – die über 65 – noch weithin clean, aber in der folgenden Altersgruppe – zwischen 50 und 64 – hat sich der Cannabis-Konsum gegenüber dem Vergleichsjahr 1993 verzehnfacht.

Und zwar ganz gleich, ob das ganze Leben abgefragt wird oder die aktuelle Zeit: Irgendwann im Leben gekifft hat 1993 ein Prozent der 50- bis 64-Jährigen, heute geben es 11,4 Prozent zu Protokoll. Und aktiv noch dabei sind heute zwei Prozent, damals waren es 0,2 Prozent. Allerdings ist es vor allem ein städtisches Phänomen: In London liegen die Werte bei 42,8 bzw. 9,4 Prozent (Age and Ageing, 4. 4.).
Andere illegale Drogen werden kaum konsumiert, nur der Verbrauch der Amphetamine ist gestiegen, und der von Tranquilizern war auch früher schon unter Älteren verbreitet. „Der Konsum illegaler Drogen wird in den nächsten ein, zwei Jahrzehnten ein verbreitetes Lebensmuster der älteren Generation werden“, prognostiziert Stewart, „aber wir wissen sehr wenig darüber, wie sich Cannabis und andere Drogen bei den Mitgliedern dieser Altersgruppe gesundheitlich auswirken.“ jl

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16 Kommentare

Was für eine Neuigkeit aber

Dazu hätte es keiner Umfrage bedurft. Es hätte der Hausverstand reichen müssen, um die Tatsache zu erkennen, dass auch Kiffer älter werden... ;-)

Gast: askme
10.04.2012 14:43
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Ein kleiner Vergleich zum Nachdenken

Sehr geehrte Damen und Herren!

Eine Person die täglich oder sogut wie täglich Alkohol konsumiert, nennen wir Alkoholiker.
Eine Person, allerdings, welche gelegentlich (gemeint ist an weniger als 7 Tagen pro Monat) Cannabis konsumiert, nennen wir dennoch Kiffer.

Es ist anzumerken: durch die jahrelange Kriminalisierung von Cannabis, welche erst 2007 in Österreich relativiert wurde, ist die Bezeichnung "Kiffer", pejurativ in Verwendung und daher diskriminierend.

Man lebt nur 1 Mal. Mit den besten Wünschen, askme.

Gast: grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrgggggggggggg
08.04.2012 13:28
1 0

Kiffen

Es ist ziemlich scheinheilig Kiffer zu verdammen,während man den Alkohol erlaubt,der weit schlimmere folgen hinterläßt.

Gast: plebs potus
06.04.2012 12:14
2 0

be

und worin besteht da der Unterschied? Vorher wurden die renitenten und vereinsamten Pensionisten auf teure Staatskosten und Steuerkosten mit sündteuren Morphiaten und Opiaten ruhiggespritzt, wie etwa Haldol und Burunil was garantiert zahlreiche Zivis aus Altenheimen in Landregionen bestätigen können.

Stattdessen das Gratisberuhigungsmittel aus Mutter Natur? Pfizer scheint schon wieder eine "Gewinnwarnung" auszugeben aus lauter Angst Cannabis könnte doch entkriminalisiert werden und zurück in den Kräuterarzneischrank finden. Dies entspräche einer Billion Euro Gewinneinbruch bei allen großen Pharmas

Gast: oder aber
06.04.2012 09:35
0 1

nun kiffen auch die alten

nun werden die kiffer alt

Antworten Gast: Be-obachter
06.04.2012 13:29
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Re: nun kiffen auch die alten

Genauso ist es!
Auch wenn man den Kiffern kein langes Leben prophezeit...

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Re: Re: nun kiffen auch die alten

Quasi alles kann, im Übermass genossen, lebensgefährlich sein, selbst Wasser:

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,564492,00.html

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Re: Re: Re: nun kiffen auch die alten

Witzig! Hätte er jeden Tag zehn Liter Bier getrunken, wäre er definitiv noch am Leben - siehe Oktoberfest.

Blutdruckmittel,

Schlafmittel aus der Apotheke

sind auch Psychopharmka... also Drogen, nur halt chemisch.

Re: Blutdruckmittel,

Man weiß ja, dass die größten Drogendealer die Pharmahaie sind. Canabis wurde ja damals nur geächtet und verboten, damit sich deren Geschäfte besser entwickeln können... ;-)

3 mrd. € Steuergeld

wären durch eine Legalisierung zu lukrieren.
Der Staat verzichtet lieber und lässt es den Dealern.

Aus Ihrem Kommentar spricht Ihre Krämermentalität

Wieviel Geld könnte der Staat wohl mit Kokain verdienen? Ein Vermögen!

Re: Aus Ihrem Kommentar spricht Ihre Krämermentalität

Synthetische Drogen gehören in die Hände von Ärzten - und nicht von Dealern.

Generell sollte der Staat bei Drogen nicht auf Einnahmen verzichten.

Die Höhe der Steuer sollte sich am Schadens-potential orientieren.

Alkohol wäre demnach jedoch ziemlich teuer... Vermutlich würden viele Weinbauern zu Hanfbauern werden...

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Drogen-schadenspotenzial-nutt-2010.svg&filetimestamp=20101221204253

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,473515,00.html

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68

Die meisten haben doch gar nicht zu kiffen augehört, siehe Iggy Pop und Co.

„aber wir wissen sehr wenig darüber, wie sich Cannabis und andere Drogen bei den Mitgliedern dieser Altersgruppe gesundheitlich auswirken.“

Na, wie wärs damit sich die Leute mal anzusehen? Zum grossen Erstaunen wird man dann wohl feststellen, dass kiffende Alte zwar vielleicht nicht gesünder, wahrscheinlich auch nicht kränker aber jedenfalls besser drauf sind als ihre nüchternen ALterskollegen. Was ist das Problem dabei wenn ein 60jähriger kifft? Langzeitschäden? *LOL*

Und wen wundert's?

Die '68er-Generation ist in die Jahre gekommen, da ist's nur logisch, daß sich die Zahl derer, die Cannabis konsumiert haben oder noch immer konsumieren, vervielfacht hat!

Und bei den Alten wird sich Cannabiskonsum gesundheitlich auch nicht positiver auswirken als bei den Jungen.

In den USA müßten die Zahlen noch höher sein, da hat's doch sicher mehr Hippies gegeben, als in UK?

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