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Ein Urpferdchen verrät, wie der Himalaja aufstieg

26.04.2012 | 16:21 |   (Die Presse)

Vor spätestens 4,6 Millionen Jahre war das Gebirge auf der heutigen Höhe, das zeigen Knochen eines Bergwiesenbeweiders.

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Vor 40 bis 50 Millionen Jahren fuhr die indische Erdplatte in bzw. unter die eurasische, Ergebnis war eine Veränderung der Morphologie der Erde und des Klimas, wie es sie seit einer Milliarde Jahren nicht gegeben hatte: Der Himalaja türmte sich auf – am Ende auf durchschnittlich fünf Kilometer Höhe, das ist ein Drittel jener der Troposphäre, in der sich das Wetter abspielt –, irgendwann konnten die Winde die Temperaturdifferenz zwischen Äquator und Arktis nicht mehr auf direktem Weg ausgleichen, sie mussten um den Riegel herum, die Zeit des Monsuns begann.

So lässt es sich grob skizzieren, aber wann und wie stieg das Gebirge wirklich in die Höhe? Die Teufel im Detail sind hart umstritten, unter Geologen – und Biologen. Vor sechs bis neun Millionen Jahren änderte sich das Klima in Südostasien, Nordpakistan wurde trockener, der östliche Himalaja hingegen erhielt mehr Niederschläge, man sieht es an Sedimenten im Meer, das Gestein verwitterte und holte mehr CO2 aus der Atmosphäre, es wurde kühler, global. All das in relativ kurzer Zeit, das Gebirge brauchte nur ein paar Millionen Jahre für 1000 bis 2500 Meter, davor und danach ging es gemächlicher. Aber wie die Erdkruste sich türmte, ist unklar, und wann, ist aus dem Gestein schwer herauszulesen.

Zeugen: Blätter, Pferde, Nashörner

Dafür gibt es andere Quellen, fossilierte Pflanzen und Tiere. Aber deren Zeugnisse sind verwirrend und widersprüchlich. Auf der einen Seite hat man aus 15 Millionen Jahre alten Blättern in Westtibet die damaligen Temperaturen herausgerechnet und aus ihnen die Seehöhe, auf der die Pflanzen wuchsen – 4600 Meter –, daraus schloss man, dass das Gebirge seitdem nicht mehr gestiegen ist. Andererseits legen Zähne von Pferden und Nashörnern nahe, dass der letzte Schub erst vor sieben Millionen Jahren kam und der Himalaja zuvor nicht höher als 2800 bis 3400 Meter war. In den Zähnen ist die Nahrung archiviert, sie bestand bei diesen Tieren aus Gräsern, die in der Kälte gedeihen. Das war sie auch beim jüngsten Zeugen, einem 4,6 Millionen Jahre alten Urpferdchen, dessen Beine gut erhalten sind – das ist rar – und eine höchst grazilen Körperbau zeigen: Dieses Tier war auf offenen Weiden unterwegs, also oberhalb der Baumgrenze (man kennt schon andere, plumpere Pferde, sie lebten im Wald). Die Ausgräber um Tao Deng (Peking) sind deshalb sicher, dass der Himalaja damals auf seiner heutigen Höhe war (Pnas, 23. 4.). jl

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1 Kommentare

Na wie ist der denn aufgestiegen?

Bergauf würde ich mal meinen.