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Ältester Kalender der Maya: Schrift an der Wand

10.05.2012 | 20:00 |  von Jürgen Langenbach (Die Presse)

In Xultún, Guatemala, fanden sich 1200 Jahre alte Hauswände, auf denen gerechnet wurde wie auf Schultafeln.

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Die Aufregung um den Maya-Kalender bzw. um den in ihm angeblich für das Jahresende angekündigten Weltuntergang hat sich gelegt, oft genug hat William Saturno, Archäologe in Boston und Maya-Experte, erklärt, dass es erstens eine solche Prophezeiung überhaupt nirgends gebe, und dass sie zweitens dem zyklischen Denken der Maya völlig fremd wäre: „Es ist wie beim Kilometerzähler im Auto, irgendwann beginnt er wieder von vorne. Genau so starteten die Maya immer wieder neu.“

Dazu mussten sie allerdings die Zeit – und die Gestirne – gut im Auge behalten. Ihre Kalender und astronomischen Berechnungen waren ausgefeilt, man weiß es von den wenigen Zeugnissen, die die spanischen Konquistadoren und Missionare nicht verbrannt haben, vor allem vom „Dresdner Kodex“, einer Sammlung zweiseitig beschriebener Blätter, die aus der späten, postklassischen Periode der Maya stammt (1300 bis 1521) und in Dresden aufbewahrt wird. Aus der großen Zeit der Maya, der klassischen (200 bis 900), kannte man hingegen bisher nichts, man weiß nicht, wann und wie die ersten Kalender erarbeitet wurden.

Aber vor zwei Jahren folgte Max Chamberlain, ein Student Saturnos, den Spuren von Grabräubern in Xultún, einer einst riesigen Maya-Stadt im heutigen Guatemala, die erst ein Raub des Dschungels und dann eben einer der Geschäftemacher des internationalen Antiquitätenmarkts wurde. Chamberlain stieß auf ein kleines Haus, die Grabräuber hatten es aus dem Erdboden freigelegt und leer geräumt, aber die Wände waren noch da. Und die waren bemalt und bekritzelt. Die Malereien sind höchst eindrucksvoll – vermutlich Könige in Menschengröße –, aber sie werden von den Kritzeleien weit in den Schatten gestellt. Die bilden den ältesten Maya-Kalender bzw. sind die Vorarbeiten dazu. Auf diesen Wänden wurde offenbar gerechnet wie auf einer Schultafel, allerdings wurden Fehler nicht weggewischt, sondern mit einer neuen Schicht Wand überdeckt (Science, 336, S. 714).

Die nächsten 7000 Jahre keine Änderung!

Am Ende standen Zahlenkolonnen aus roten und schwarzen Kringeln und Strichen und Punkten nebeneinander, über manchen war das Zeichen des Mondes – und in ihnen werden seine Finsternisse aufgelistet –, andere lassen sich den astronomischen Zyklen von Mars und Venus zuordnen. Alles zusammen sieht den Darstellungen im Dresdner Kodex sehr ähnlich, die Berechnungen, sind allerdings noch nicht so präzise. Immerhin, in einem Punkt beruhigen sie: In einer zusammenfassenden Darstellung werden die nächsten 2,448.420 Tage aufgelistet, das sind fast 7000 Jahre, darunter steht das Ausgangsjahr: 813. „Die Maya sagten vorher, dass die Welt in 7000 Jahren noch genauso sein würde“, erklärt Saturno: „Wir schauen auf das Ende der Welt. Die Maya wollten hingegen eine Garantie, dass sich nichts ändert. Es ist eine völlig andere Denkweise.“

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6 Kommentare
0 0

Verschiebt sich jetzt der Termin zum Weltuntergang?


Na gott sei dank

Dann kommt ja mein Buch nächstes Jahr doch noch raus - und ich dachte schon, es wird erst 'Welt mortem' berühmt.

Gast: lavater
12.05.2012 08:46
0 0

subjektiv gesehen ist für jeden Menschen der Weltuntergang spätestens dann, wenn er stirbt.

Es muss also realistisch gesehen jeder Mensch mit dem Weltuntergang rechnen, an den Maya-Kalender brauchen und sollen wir uns aber nicht halten.

Na ja!

Die Weltuntergangs-Sehnsucht vieler Menschen wird wieder nicht in Erfüllung gehen.

Traurig für sie oder doch?

Ich habe in meinem Leben

schon viele prophezeite Weltuntergänge überlebt.

Antworten Gast: Lachsackl
12.05.2012 23:19
6 1

Re: Na ja!

Leerzeilen machen nicht intelligenter ^^

Na ja!