Arme Mütter bevorzugen Töchter

22.06.2012 | 18:35 |   (Die Presse)

In Nordkenya ist der Fettgehalt der Muttermilch vom Geschlecht der Kinder abhängig.

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Frauen im Norden Kenyas, die wenig Land und Vieh besitzen, geben ihren Töchtern fettere Milch als ihren Söhnen. Umgekehrt bevorzugen reiche Frauen die Söhne. Das berichten US-Anthropologen um Masako Fujita im American Journal of Physical Anthropology, sie haben ein Sample von 83 Frauen untersucht.

Diese aktive Geschlechterdiskriminierung passt den Biologen gut ins Konzept: Denn in den untersuchten Dörfern entscheidet – wie in vielen Gesellschaften – der Besitz eines Mannes über seine Heiratschancen, während die Mädchen auch einen Mann bekommen, wenn sie nicht wohlhabend sind, zumal Polygamie herrscht, also so ziemlich jede Frau geheiratet wird, nicht aber jeder Mann. Damit ist es im Sinne des Fortpflanzungserfolgs einer armen Frau, wenn sie eher in Töchter investiert als in Söhne, die ihr mit großer Wahrscheinlichkeit gar keine Enkel bringen.

Ähnlich erklären sich die Biologen z.B. auch, warum mächtige und reiche Männer (wie etwa US-Präsidenten) im Durchschnitt mehr Söhne zeugen, und warum in schlechten Zeiten mehr Mädchen zur Welt kommen. Solche Unterschiede kennt man von vielen Tieren: Eine Tochter ist sozusagen eine sicherere Investition, Söhne sind eher ein Risiko. Sie können sehr viele Kinder zeugen, aber eben auch gar keine. tk

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2012)

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4 Kommentare
Gast: Störrisch...
26.06.2012 18:05
1 0

Harte Zeiten....

....das will Mutter Natur so, weil Mädchen "zacher" sind als Buben.
Das ist natürlich keine bewusste Entscheidung der Mutter.

Also in Notzeiten tendiert Mutter Natur dazu, eher in Mädchen zu investieren, weil leichter durchzubringen. Das Verhältnis Buben/Mädchen pendelt sich aber in kurzer Zeit (wenn Nahrung wieder ausreichend vorhanden) wieder ein.

Das wurde herausgefunden, im Zuge der Hungersnöte in China Anfang 20. Jhd.

Gast: Herbert66
23.06.2012 11:23
5 3

also sind es nicht die Männer, sondern

die Frauen, die nach Geschlecht diskriminieren

Komisch

Und ich dachte, das Geschlecht sei nur ein soziales Konstrukt, das sich jeder nach Belieben frei aussuchen kann.

Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten.

Gast: ichsehwas
23.06.2012 00:48
1 0

man kann in der Pupille des Kindes.....

...den Fotografen erkennen, zusätzlich sieht man noch eine Gruppe Männer im Kreis sitzen!

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