Innovation

20.10.2012 | 18:03 |  von Martin Kugler (Die Presse)

Innovation – der wahre Treiber einer Volkswirtschaft – ist auch eine Frage von Forschungsmitteln. Wesentlich sind aber zudem Grundeinstellung und Engagement.

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Großen Bahnhof für die Forschung gab es diese Woche im Parlament: Auf der Rampe direkt neben der Pallas Athene machte ein Modell einer Ariane-Rakete darauf aufmerksam, dass in dem traditionsreichen Gebäude im Rahmen der Schau „Innovationsland Österreich“ 14 heimische Innovationen gezeigt wurden – von einem Pizzabackautomaten über einen Range-Extender (der die Reichweite von E-Autos erhöht) bis hin zu kindersicheren Sesselliften und dem ersten österreichischen Satelliten.

Während die Ausstellung in der Säulenhalle lief, wurde nur eine Tür weiter das Bundesbudget für das Jahr 2013 vorgestellt. Die Regierung hielt ihr Versprechen, in diesem Bereich keine Kürzungen vorzunehmen. Es gibt sogar eine Steigerung – zwar nicht um jene acht Prozent, die laut Forschungsrat notwendig wären, um das Regierungsziel einer Forschungsquote von 3,76 Prozent des BIPs im Jahr 2020 zu erreichen. Aber immerhin steigt das Forschungsbudget von heuer 2,38 Milliarden Euro um rund drei Prozent auf 2,45 Milliarden.

Ein großer Teil des Zuwachses fließt in die angewandte bzw. industrielle Forschung: Das Budget der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) wächst laut Beilage zum Bundesfinanzgesetz 2013 um zehn Prozent auf 312 Millionen Euro. Vorgesehen ist unter anderem eine Ausweitung des Förderschwerpunkts „Intelligente Produktion“, die Etablierung neuer Comet-K-Projekte und COIN-Netzwerke sowie die Steigerung der Zahl der Eureka-Projekte. Auch die Christian-Doppler-Labors und Josef-Ressel-Zentren sollen sich vermehren. Als explizites Ziel nennt die Regierung, dass die Zahl jener Unternehmen, die eine Forschungstätigkeit neu aufnehmen, von zuletzt 589 auf 710 gehoben werden soll.

Wie wichtig innovative Unternehmen für eine Volkswirtschaft sind, zeigt eine neue Untersuchung des Wifo: Bei 600 Unternehmen, die über drei Jahre untersucht wurden, erwies sich, dass Firmen mit einer höheren Forschungsquote die Mitarbeiterzahl schneller steigern, krisenresistenter sind, ein höheres Wachstum haben, Umsatzeinbrüche schneller wettmachen können und rascher neue Investitionschancen finden. Und: Forschung und Entwicklung erweisen sich immer mehr als Eintrittsticket in den Export.

Innovation ist freilich nicht nur eine Frage des Geldes. „Innovation ist insbesondere eine Frage der Grundeinstellung und des Engagements“, merkte der neue IV-Präsident Georg Kapsch diese Woche an. Und weiter: Es sei eine zentrale Aufgabe, „der fehlenden Technologieaffinität in Österreich entgegenzuwirken.“ Sein Wort in Gottes Ohr!

martin.kugler@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2012)

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