(28. Juli 1862) Das Räthsel der angeblichen Expedition Garibaldi's ist noch immer nicht gelöst; nur so viel scheint sicher zu sein, daß derselbe, wenn er überhaupt von Sicilien sich entfernte, dieses nicht, wie die Patrie mitteilt, mit einem Gefolge von 6000 Mann getan hat. Um eine solche Truppe einzuschiffen, wären großartige Vorbereitungen nothwendig gewesen, von denen man doch irgendeine bestimmt Nachricht hätte erhalten müssen. Französischer Blätter erwähnen des Gerüchtes, Garibaldi sei am 24. von Neapel mit einer Schaar seiner Anhänger auf einem Fahrzeuge unter jonischer Flagge gesegelt, und die französische Dampfcorvette Gregeois zur Ueberwachung desselben abgesendet worden.
Am 24. wollte man in Mailand wissen, es hätten sich in Talamone (am Südrande der Küste von Toscana) 1000 Garibaldianer eingeschifft, die Fahrzeuge seien auf hoher See genommen worden; an der römischen Grenze hätte ein Zusammenstoß zwischen italienischen Freischärlern, piemontesischen Truppen und Franzosen stattgefunden. Im Widerspruch mit allen Angaben über die Abreise Garibaldis meldet eine Turiner Depesche vom 25., Garibaldi habe sich seit dem 22. nicht von Palermo entfernt, und die Gerüchte über seine Expedition seien unbegründet. ■
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2012)















