Schere. Stein? Papier!

Dass Papierarchitektur mehr ist als „simpler“ Modellbau, beweisen derzeit fünf Künstler in der Ausstellung „Architectures de papier“. Ein Besuch in Paris.

Bereits im sechsten Jahrhundert verbreitete sich in China Jianzhi,die älteste Form der Papierschneidekunst. Seither entstand in Kulturen rund um die Welt eine Vielzahl unterschiedlicher Traditionen, von Kiri-e und Kirigami in Japan bis hin zu Papel picado in Mexiko. Oft wurden ganze Geschichten mit den Mitteln dieser Volkskunst erzählt. In Europa entwickelte sich mit dem späten 17. Jahrhundert ein Schwerpunkt des Bauens mit Papier: Eigens gefertigte Bastelbögen erlaubten es Kindern, berühmte Bauwerke nachzubilden. Die Pädagogen der Aufklärung förderten solche konstruktiven Spiele ebenfalls, und noch später, in den 1920er-Jahren, ließen Josef Albers und László Moholy-Nagy ihre Studenten am Bauhaus Konstruktionsaufgaben mit Papier und Schere lösen. Die Faszination des empfindlichen Materials ist bis heute lebendig – nicht nur unter Kindern.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.12.2012)

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