Joseph Ressels Privilegium

11.01.2013 | 18:24 |   (Die Presse)

(Wien, 16. Jänner 1863) Bekümmert ging Ressel auf die Pariser Börse, um an der Säule Triest vielleicht einen TriesterKaufmann zu finden, der ihm das Reisegeld vorstrecken möchte.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

(Wien, 16. Jänner 1863) Bekümmert ging Ressel auf die Pariser Börse, um an der Säule Triest vielleicht einen TriesterKaufmann zu finden, der ihm das Reisegeld vorstrecken möchte. Er fand keinen Landsmann, aber einen Farbholzhändler, Namens Messonier. Diesem erklärte Ressel eine von ihm erfundene Art der Farben-Extraction. Für Oesterreich hatte er darauf ein Privilegium genommen, das in Triest Alban Oblasser ausüben wollte. Für Frankreich war das Privilegium noch offen. Messonier ließ ihn nicht mehr los.

Kaum hatte ihm aber Ressel auf seinen Wunsch eine Fabrik nach der neuen Methode eingerichtet, so nahm der Franzose das Privilegium für sich allein. Er weigerte sich, mit Ressel den versprochenen Contract zu schließen, und gab ihm zuletzt eine Abfindungssumme von 1000 Francs, um ihn von Paris zu entfernen. So handelte Messonier gegen Ressel, während er einen jährlichen Gewinn von 30,000 Francs aus der Fabrik erwartete. Doch sollte er des unredlichen Gewinnstes nicht froh werden. Denn bald darauf brach in Paris die Juli-Revolution aus, undMessonier fand dabei als Hauptmann der Nationalgarde seinen Tod. Ressel aberwurde durch die 1000 Francs mindestens in die Lage gesetzt, nach Triest zurückkehren zu können.

Daselbst fand er Fontana in feindlicher Stimmung. Nur durch Vermittlung des Hofkanzlers Grafen Saurau gelang es Ressel, Fontana zur Vollendung des Schiffes zu bewegen. Inzwischen war die Dampfmaschine in Triest angelangt, und nun wurden die Bestandtheile vereinigt. Nach einigen Heizungen beschloß man eine Probefahrt zu veranstalten, die im Hochsommer 1829 stattfand. ■

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Top-News

  • Die Post-Wende-Generation
    Welche Klammer hält die Generation unter dreißig zusammen? Wie wurde sie politisiert? Eine Nachforschung unter Jungpolitikern, aus denen noch was werden könnte.
    Generation Y: Was die Jugendlichen ausmacht
    Noch nie war die Jugend so gut ausgebildet wie heute. Dafür stehen junge Menschen unter Druck wie kaum eine Generation vor ihnen.
    Ukraine: Wahlkampf am Rand des Krieges
    In der Hafenstadt Mariupol im Süden des Donbass befürchtet man ein Überschwappen des Konflikts. Bei den ukrainischen Parlamentswahlen dürfte dem früheren Donezker Gouverneur Serhij Taruta ein Mandat sicher sein.
    Die ''Österreicher des Jahres''
    Zum elften Mal wählten die Leser der "Presse" die "Österreicher des Jahres". Hier sehen Sie die Bilder der Gala in den Sofiensälen.
    Wiener Misstöne: Schiefe Geschäfte mit der Klassik
    Ein Verein namens Mahler Philharmoniker lockte weltweit Berufsmusiker zur Fortbildung nach Österreich. Den hohen Gebühren stand wenig Leistung gegenüber. Die Organisatoren sind untergetaucht.
  • Superhit "Lambada": Alles nur geklaut
    Vor 25 Jahren erreichte „Lambada“ Platz eins der österreichischen Hitliste. Das Lied war eines der dreistesten Plagiate der Musikgeschichte. Zu Besuch beim Urheber in Bolivien.
    Frauen in den Fängen des IS
    Im Nordirak hält der Islamische Staat tausende Frauen der Minderheit der Yeziden gefangen. Die "Presse am Sonntag" hat mit vier Überlebenden gesprochen, die aus der Gewalt des IS befreit worden sind.
    Land des guten Durchschnitts
    Bundeskanzler Werner Faymann hat unabsichtlich ein echtes Problem Österreichs auf den Punkt gebracht: Wir wollen keine Musterschüler mehr sein.
    Mit der Mutter auf den Naschmarkt
    Die Mutter war da, und wir waren auf dem Naschmarkt: vom Putzen, der Herkunft und den vielen türkischen Provinzen.
    Marcel Hirscher: "Ziele und Sterne ordnen"
    Marcel Hirscher hat vor dem Weltcupauftakt in Sölden ein wenig Prüfungsangst. Bei den Damen gab es mit Mikaela Shiffrin und Anna Fenninger zwei Siegerinnen.
  • Die Bindestrich-Muslima
    "Wir sind junge Österreicher wie alle anderen." Dudu Kücükgöl kämpft an vorderster Front gegen das Islamgesetz. Sie ist damit zum Gesicht der jungen Muslime des Landes geworden.
    Hella-Chef Kraler: "Ich will gar keinen Ferrari fahren"
    Die Firma Hella ist einer der führenden Hersteller von Jalousien und Rollos. Eigentümer Franz Kraler erklärt, warum man trotzdem in Osttirol bleibt und warum man noch nie Gewinn ausgeschüttet hat.
    Kanada: "Wir sind stark und frei"
    Auch nach den Anschlägen von Ottawa stellt die Mehrheit der Kanadier ihre Freiheitsrechte nicht infrage. Die konservative Regierung fordert indes mehr Macht für die Ordnungshüter.
    Suche nach den Helden von morgen
    Österreichs Sport hat schon bessere Zeiten erlebt. In Zukunft sollen sich wieder mehr Erfolge einstellen, einige Talente geben Anlass zur Hoffnung.
    Google-Manager bricht Baumgartners Rekord
    Alan Eustace ist aus über 41.000 Metern Höhe in Richtung Erde gesprungen.
AnmeldenAnmelden