Zubau mit Folgen

Wien-Döbling: Wenn schnelle Lösungen auf den Tisch sollen, wird auf die Qualität oft vergessen. Es geht aber auch anders: Lokalaugenschein in der Ferstel-Volksschule.

Viele der Wiener Volksschulen stammen aus der Gründerzeit. Für ihre Qualität spricht, dass sie mehr als ein Jahrhundert lang Potenzial für Anpassungen geboten haben, auch wenn die Veränderungen selten das gleiche baukulturelle Niveau der Bestandsbauten erreichten. Evident ist, dass die Gebäude sich nicht in dem Ausmaß verändert haben wie die pädagogischen Konzepte. Der Ausbau der Nachmittagsbetreuung, ganztägige Schulkonzepte und neue Unterrichtsformen erfordern zusätzliche Räumlichkeiten, die es in vielen Schulen schlichtweg nicht gibt. Die Volksschule Mannagettagasse im 19. Bezirk wurde inden Jahren 1871/72, als Grinzing noch eine eigenständige Gemeinde war, errichtet. Geplant hat die unweit von seiner Villa in der Himmelstraße gelegene Schule der Ringstraßenarchitekt Heinrich Ferstel im Stil einer der damals ländlichen Umgebung entsprechenden typischen Dorfschule. Man spürt die Bemühungen des Personals, das Haus für die Kinder zu pflegen und hübsch zu gestalten, was aber im Inneren nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass es die Stadt viele Jahre lang versäumt hat, das Baudenkmal als solches zu behandeln.

Das ist drin:

  • 0 Minuten
  • 0 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2013)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen