22.11.2009 05:07 | Meine Presse Merkliste0

Sprachspaltereien

08.08.2007 | 15:58 |   (DiePresse.com)

Untreue, extrascharf

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

"Untreue erhält seine scharfe Kontur nur über das Moment der Wissentlichkeit." Diesen denkwürdigen Satz soll einer der Verteidiger im Bawag-Prozess formuliert haben. Denkwürdig? Jedenfalls muss man nachdenken, um ihn zu verstehen. Abgesehen davon: merkwürdig, geschwollen. Und nicht zuletzt: falsch. Denn die Untreue ist weiblich, müsste also ihre scharfe Kontur erhalten. Inhaltlich sollen Rechtsexperten über die Richtigkeit entscheiden. Wir dachten ja immer, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt.

Szenenwechsel: HAPPY PARKING wünscht auf dem Wiener Flughafen der Automat beim Einfahrtsschranken zum Parkplatz. So zeigt es das Display in Blockbuchstaben an. Also bitte, natürlich ist man froh, in all dem Trubel einen Parkplatz gefunden zu haben. Für mindestens 3,40 Euro sind Sie in Wien-Schwechat dabei. Aber fröhlich, glücklich und zufrieden stimmt uns das Parkvergnügen denn doch nicht. Ähnlich wie etwa Zähneputzen oder Postausheben.

Weckerl etc. werden in ganz Europa verschickt", vermeldete die Presse. Eine Leserin wunderte sich - zu Recht -, dass da ein einzelnes Weckerl unterwegs sein soll. Freilich ließ schon das "werden" auf den Plural schließen. Im Sinne der Brotvermehrung kann man es nicht oft genug sagen: Die Mehrzahl der Verkleinerungsformen auf -erl hat ein N. Semmerln, Weckerln, Knöderln etc. Eben alles, was gut schmeckt und dick macht.

Eva Male

 

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

1 Kommentare
Gast: Dkfm. Emmerich Gruber
18.08.2007 13:39
0 0

Urne oder Aschenbecher

und im Russischen ist "urna" in erster Linie ein Mistkübel, wenn auch eine Wahlurne oder eben eine "Urne" - ein weiter Weg, den das indoeuropäische Urwort über das lateinische "urceus" bis zu uns zurückgelegt hat.
emmerichgruber@gmx.at

Top-News

  • EU-Topjobs: Schüssel und Plassnik bis zuletzt im Rennen
    Die Dänen und Osteuropäer waren für Ex-Kanzler Schüssel als Ratspräsident der EU. Aber Bundeskanzler Faymann will nichts gehört haben.
    Aufstand in den Kindergärten
    Die Kindergärtnerinnen wollen nicht mehr lieb, nett und geduldig sein: Sie gehen für bessere Artbeitsbedingungen auf die Straße. Die Forderungen der Pädagoginnen sind ebenso umfassend wie klar umrissen. „Die Reichen sollen zahlen.“
    Wettskandal: "Wo Geld ist, da ist auch Korruption"
    Für den DFB-Präsidenten ist der Wettskandal ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. In Deutschland laufen Ermittlungen gegen Spieler von drei Vereinen und einen Schiedsrichter.
    Grünen-Chef Özdemir: "Das Türkische ist keine In-Kultur"
    Seit einem Jahr ist Cem Özdemir Chef der Grünen Deutschlands. Mit der "Presse am Sonntag" spricht er über Integration, Bildung und seine Elternzeit: "So modern, wie wir immer tun, sind wir in Mitteleuropa nicht".
    0:3 gegen Mattersburg: Kärntner Trauerspiel
    Frankie Schinkels' Team unterlag in Klagenfurt gegen Mattersburg mit 0:3, der Trainer trat daraufhin zurück. In Kapfenberg mühte sich Tabellenführer Salzburg zu einem 2:0-Sieg.
  • Hofburg-Wahl: Gerüchte über Fischers Wiederkandidatur
    Angeblich will Bundespräsident Fischer am Donnerstag seine Wiederkandidatur bekanntgeben. Aus der Präsidentschafts-Kanzlei kam bloß: "Kein Kommentar".
    Was wurde aus... dem Waldsterben?
    "Der Wald stirbt", wurde uns in den 1980er-Jahren erklärt. Mittlerweile gibt es in Österreich mehr Wald als je zuvor. Warum eigentlich? Haben die Warnungen die Bäume gerettet – oder hat man damals einfach nur heillos übertrieben?
    Herr Jürgens, werden Sie unterschätzt?
    Udo Jürgens, derzeit mit seiner "Best-Of"-CD an der Spitze der Hitparaden, beschließt seine große Tournee mit drei Österreich-Konzerten. "Die Presse am Sonntag" traf den Charismatiker.
    Hahn: "Ein Teil der Kritik ist berechtigt"
    Wissenschaftsminister Johannes Hahn lädt kommenden Mittwoch zum Hochschuldialog. Mit dabei sind auch die seit fünf Wochen protestierenden Studenten. Wäre er nicht Minister, wäre es »naheliegend« gewesen, ins besetzte Audimax zu gehen, gibt Hahn zu.
    Strache: "Hass gegen demokratische Bewegung"
    FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache betonte die Friedlichkeit des Festkommers der Burschenschafter in der Wiener Hofburg. Rund 500 Personen demonstrierten am Ring.
  • Rapid-Fans droht Großprozess
    Nach schweren Zusammenstößen zwischen Rapid-Fans und der Polizei ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Landfriedensbruchs. Es gibt 171 (!) Verdächtige.
    Resistente Schweinegrippe-Übertragung trotz Tamiflu
    Erstmals haben sich fünf Patienten mit einem Stamm angesteckt, gegen den Tamiflu nicht mehr wirkt. Der Erreger soll aber nicht sonderlich aggressiv sein. Zwei Patienten sollen sich bereits erholt haben.
    Doping: Radprofi Pfannberger lebenslang gesperrt
    Die österreichische Dopingagentur hat Christian Pfannberger aufgrund seines zweiten Vergehens lebenslang gesperrt. Pfannberger wurde positiv auf EPO getestet.
    Fall Zogaj: Grazer Bürgermeister fordert Ausnahmen
    Der Grazer Bürgermeister Nagl spricht sich für einen Verbleib der Familie Zogaj in Österreich aus. Generalsekretär Kaltenegger stellte hingegen wieder die Position der ÖVP in dieser Causa klar.
    Banker auf der Kanzel: "Wir leisten Gottes Arbeit"
    Mit Vorträgen versuchen britische Banker, das Image ihres Berufsstandes auf Vordermann zu bringen. Ort des Geschehens: englische Gotteshäuser. In der Londoner City feiert man die Rückkehr der Megabonuszahlungen