(25. März 1862) Der Leichnam des Feldmarschalls Fürsten Windischgrätz wurde heute, mit der Feldmarschalls-Uniform angetan, auf das Paradebett gelegt, welches von vielen Lichtern umgeben ist, und sich, in einem schwarz verhängten, der Trauerfeier entsprechend ausgeschmückten Saale befindet. Alle Orden und Insignien des Verstorbenen sind in dem Trauersaale ausgestellt. Zwölf Unterofficiere des k.k. Dragoner-Regiments Nr. 2, dessen Inhaber der Verstorbene gewesen, halten bei dem Paradebette die Wache.
Zwei Ehrenposten sind vor dem Eingange zum Saale aufgestellt. Um 8 Uhr Morgens zog eine Fahnen-Compagnie des Infantrie-Regiments Kaiser Alexander Nr. 2 in voller Parade mit Feldzeichen mit der Musikcapelle in die Renngasse und hat vor dem Hauptthore des Windischgrätz'schen Palais Aufstellung genommen. Die Officiers-Deputationen, welche aus den verschiedenen Landes-General-Commanden beordert wurden, um an der Leichenfeier theilzunehmen, sind von Prag, Brünn, Ofen hier eingetroffen und haben sich um 10 Uhr Vormittags in Parade-Uniform mit Trauerflören in den Trauersaal begeben.
Windischgrätz hat bis zum Tode zweimal des Tages Toilette gemacht – un vrai grand Seigneur – und als die (telegraphische) Absolution in extremis vom Papste eintraf, ließ sich der Fürst en pleine parade, mit allen Orden und Großkreuzen geschmückt, ankleiden, um die Absolution zu empfangen. ■
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.03.2012)















