Damals schrieb Die Presse:
(19. Mai 1862) Klagenfurt. Der hiesige Gemeinderath entfacht nach allen Seiten seines Wirkungskreises eine große Rührigkeit. Was für die mit Eröffnung der Eisenbahn zu inaugurierende neue Aera unseres städtischen Lebens von dieser Seite Vorbereitendes und Mitwirkendes geschaffen werden kann, geschieht so gewissenhaft, daß, wenn seitens der Baudirection der Südbahngesellschaft dieselbe Energie entwickelt würde, wir heuer sicher noch fahren könnten. Zwar gehen die Arbeiten des Aus- bzw. Umbaues des hiesigen Bahnhofgebäudes ihrer Vollendung entgegen, und längs der Bahn lagern bereits die Schotterhaufen zum Legen des Oberbaues. Was nützt das alles aber, wenn nicht die Marburger Linie noch in diesem Jahre ausgebaut wird, wozu leider keine Hoffnung vorhanden zu sein scheint.
Mittlerweile werden vom Magistrate die Arbeiten für die neue Bahnhofsstraße mit der Bestimmung in Angriff genommen, daß der wesentliche Theil derselben – die ziemlich bedeutende Verschüttung des Stadtgrabens und eine Ueberwölbung des darin fließenden Baches – binnen sechs Wochen vollendet sein muss, um welche Zeit zugleich die Legung der Gasröhren beginnen soll. Diese neue Zufahrtsstraße zum Stationsplatze wird zugleich wesentlich zur Verschönerung der Stadt beitragen.
Als eine weitere anerkennenswerthe Unternehmung unseres Gemeinderathes muss noch die Errichtung einer Rettungsanstalt für verwahrloste Jugend bezeichnet werden, wozu das von Se. Majestät dem Kaiser der Stadt geschenkte Fortificationswerk vor dem Villacher Thore bestimmt ist. Es wurde zu diesem Zwecke bereits die Hälfte dieses, dem Militärstations-Commando vermietheten Gebäudes geräumt. ■
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.05.2012)















