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Was ich lese: Zeno Stanek

29.06.2012 | 18:46 |  Zeno Stanek, Regisseur, Intendant des Schrammelklang-Festivals und des Theaters Brauhaus (Die Presse)

Eigentlich lese ich den ganzen Tag, denn es steht ja schon fast überall etwas drauf. Meine Sensoren sind also permanent auf Lesen eingestellt.

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Eigentlich lese ich den ganzen Tag, denn es steht ja schon fast überall etwas drauf. Meine Sensoren sind also permanent auf Lesen eingestellt. Wirkliches Lesen ist für mich ein höchst seltener Zustand geworden. Mit Lust und Wonne in einem Buch versinken, open end ohne Störungen oder andere Verpflichtungen – abtauchen.

Zu Hause, wo drei Kinder, Haustiere und fast immer Gäste um mich herumfliegen, stellt sich dieser Zustand kaum bis gar nicht ein. Wenn aber dann doch, zumeist urlaubend, ist es höchst verwunderlich, dass meine letzte Lektüre ein Fachbuch war.

AUGENBLICKE. Berufswissen des Schauspielers. Von Allan Janik (Hrsg.), Artak Grigorjan und Karin Gasser(Alexander Verlag, Berlin). Das mag jetzt sehr theoretisch und für manche auch langweilig klingen. Doch ganz im Gegenteil, dieses Buch ist nicht nur für Theaterpraktiker, sondern auch für Theaterpublikum, oder wer es werden will, geschrieben.

Für mich persönlich höchst spannend, da Artak Grigorjan mein Lehreram Reinhardt-Seminar war, zu meinem Freund wurde und bis heute mein Freund geblieben ist. Mit Lust verfolgte ich abermals seinen Ensembleunterricht und vor allem den Beitrag über Katharsis, der dermaßen packend ist, dass er mich immer wieder von Neuem inspiriert und ich damit meinen Schauspielern in den Ohren liege.

Was Schauspielen ist und nur Theater kann, wird in diesem Buch auf den Punkt gebracht. Eine Wonne! ■

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.06.2012)

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