Piepsen, trillern, gackern

Man hat schon mehr gelacht: Stöhnforscher, Puffvater, Sargträger ist der Held in Franzobels Roman „Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind“. Statt einer literarischen Struktur gibt es nur eine Suada, die matt und schläfrig macht.

Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind“ erfahren wir in Franzobels gleichlautendem Roman nicht wirklich. Wir erfahren hingegen, was ein Exemplar dieser Spezies so treibt – nämlich Toll-dreistes. Der Romanheld heißt Hildebrand Kilgus, genannt Hildy, „aufgewachsen im Gasthaus Zum Saurüssel im schönen Sumpfing“. Das ist tiefste österreichische Provinz, in der gefressen, gesoffen und gehurt wird. Gegen diese antiheimatliche Klischee-Kulisse à la Thomas Bernhard wehrt sich Hildy und wird „Stöhnforscher“. Ein Ahnherr dieses Forschungszweiges hieß Sacharow – „nein, das ist nicht der Erfinder des Saccharins“. Und manch Dumpfling im Roman macht aus dem Ort Sumpfing „Zumpfing“. Tja, man hat bei Franzobels Texten schon besser gelacht.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2012)

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