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Was ich lese: Marko Simsa

10.08.2012 | 18:27 |  Marko Simsa, Autor und Kinderkonzert-Spezialist, lebt in Wien (Die Presse)

Eines schicke ich voraus: Ich bin kein Schnellleser und deshalb auch kein Vielleser, aber: Ich bin ein Sehrgernleser!

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Eines schicke ich voraus: Ich bin kein Schnellleser und deshalb auch kein Vielleser, aber: Ich bin ein Sehrgernleser! Und vielleicht weil ich ausgebildeterDrucker bin, müssen es gedruckte Bücher sein, keine E-Books. Ich muss beim Lesen richtige Seiten umblättern, Papier und Druckfarbe riechen, an der Fülle vornund hinten erkennen, was schon gelesen ist, was noch vor mir liegt. Letztlich ist ein Buch für mehrere Tage, manchmal Wochen, ein oftmals lieb gewonnener Wegbegleiter.

An sehr dicke Wälzer wage ich mich selten, am ehesten in der für mich etwas ruhigeren Sommerzeit. Michael Köhlmeiers „Abendland“ etwa hat mich letzten Sommer begeistert. Eine großartige Familiengeschichte.

Apropos Familiengeschichte: Eugen Ruges Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichtes“ ist ein weiterer Literatur-Höhepunkt für mich. Weil ich oft in Deutschland gastiere, interessiert mich für dessen Geschichte. Speziell die Unterschiede, Spannungen, Lebensverhältnisse im Ost- und im Westteil. Da ist Ruges Roman für mich eine Sammlung von Mosaiksteinen, die mir viel darüber erklären. Hätte er nicht den „Deutschen Buchpreis“ erhalten, wäre ich wohl nicht auf ihn aufmerksam geworden.

Karl Markus Gauß' „Ruhm am Nachmittag“ war ein weiterer Wegbegleiter. Beim Lesen ist es, als würde man sich mit Freunden treffen und mit ihnen über Gott und die Welt reden. Am Ende dachte ich mir, mit Gauß würde ich mich gern auf einen Kaffee treffen und mit ihm sinnieren . . . ■

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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