Lily meets Lola

Jüdisch, verschroben, ernst, aufregend und sehr lustig: Das alles ist Lily Bretts Roman „Lola Bensky“. Eine wilde Rock-'n'-Roll- Geschichte aus den Sechzigerjahren, die bis heute andauert.

Lily Brett! Endlich wieder ein Buch von ihr! Immer habe ich ihre autobiografisch inspirierten Geschichten über neurotische Australierinnen verschlungen, die in New York City beruflich und sozial erfolgreich Fuß gefasst haben – meist ihren alten, rüstigen und wissbegierigen Vater im Schlepptau, einen polnisch-jüdischen KZ-Überlebenden. Bretts Frauenfiguren haben oft mit dem Trauma und Schicksal der Kinder von KZ-Überlebenden und mit den daraus resultierenden Neurosen zu kämpfen. Diese offenbaren sich unterschiedlich: durch Übergenauigkeit, Gewichtsprobleme, Panikattacken. Die Schuldgefühle, überlebt zu haben, während Familie und Freunde unter der Nazi-Herrschaft umkamen, sind bei vielen Überlebenden stark ausgeprägt: etwa bei den Elternfiguren Bretts, ebenso bei den Töchterfiguren.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2012)