Beschränkung des Machbaren

„Lob der Grenze“ – Konrad Paul Liessmanns essayistische Grenzgänge und seine Lust an Grenzüberschreitungen.

Der Titel des Buches ist ein wenig trügerisch. Was Liessmann nämlich vorlegt, ist kein großer, geschlossener, angriffslustiger Text zu einem der prominenten Themen im intellektuellen und kulturwissenschaftlichen Diskurs unserer Tage. Vielmehr enthält der Band zwölf Aufsätze, die zu einem Gutteil zu mehr oder minder festlichen Anlässen verfasst worden sind und die noch einmal Liessmanns Positionierung in aktuellen Fragen, von der Eugenik über das Pro und Kontra staatlicher Intervention bis zum Selbstverständnis moderner und modernster Kunst sinnfällig machen. Ohne Zweifel kann Liessmann dabei seine intellektuellen und stilistischen Tugenden unter Beweis stellen, eine klare Diktion, ein hohes Maß an Verständlichkeit, das mit einem sicheren Gespür für Skepsis verbunden ist. Ironisch gesprochen ist Liessmann ein gutes Beispiel für die Produktivität von Grenzüberschreitungen. Seine essayistischen Grenzgänge zeigen, was angewandte Philosophie zu leisten vermag.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2012)