Auf Seite der Engel

Martha Gellhorn, fünf Jahre mit Ernest Hemingway verheiratet, war wohl die berühmteste Kriegsreporterin des 20. Jahrhunderts. Der Band „Das Gesicht des Krieges“ versammelt ihre besten Texte von 1937 bis 1987.

Ich war eine Kriegsgewinnlerin besonderer Art, denn ich kam immer mit heiler Haut davon und wurde dafür bezahlt, meine Zeit mit großartigen Menschen zu verbringen.“ So lakonisch beschreibt die berühmteste Kriegsreporterin des 20.Jahrhunderts ihr Leben. 50 Jahre langberichtete Martha Gellhorn fast von jedem Schauplatz im Jahrhundert der Extreme, aber nicht, wie eine Generation vor ihr, Alice Schalek, zur höheren Ehre des Krieges, sondern im Gegenteil, zur Verteidigung dessen, was für ein menschliches Leben auf diesem Planeten unverzichtbar ist. Ob vom Spanischen Bürgerkrieg, dem Finnischen Winterkrieg, der Landung der Alliierten in der Normandie, der Schlacht um Monte Cassino in Mittelitalien, der Ardennenschlacht und jener um Arnheim in Holland, vom Chinesisch-Japanischen Krieg, dem Krieg in Burmaund den Kriegen in Vietnam und Zentralamerika sowie dem Sechs-Tage-Krieg, Gellhorns Texte zeichnen sich durch Respekt vor dem Anderssein und Mitgefühl für die Schwachen, vor allem für Kinder aus; immer ist sie bemüht, der geschundenen Kreatur ihre Würde zu belassen, dem Leid keine Sensation abzuringen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2012)