Zu Gast bei Franz Joseph

Mark Twain war der Ansicht, „abschweifendes Erzählen schadet einer Autobiografie nicht im Geringsten“. Deshalb fehlt kaum eine Textsorte in seiner Selbstbeschreibung. Auch nicht sein Essay über die 19 Monate, die er in Österreich verbrachte.

Schreibend durchleben, was – und wer – man gewesen zu sein glaubte: Das ist der Beweggrund jeder Autobiografie. Selbstenthüllung und Selbstverhüllung gehen dabei Hand in Hand. Als sich Nietzsche zuletzt noch, man schrieb das Jahr 1888, mit Ecce-homo-Geste daranmachte, seine Selbstbiografie zu entwerfen, stellte er dieses Vorhaben unter das Motto, sich selbst sein Leben zu erzählen. Er bezeichnete seinen Vorsatz als das Geburtstagsgeschenk schlechthin.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2012)

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