Was ich lese: Dorothee Hartinger

21.12.2012 | 18:39 |  Dorothee Hartinger, Jahrgang 1971, Ensemblemitglied des Burgtheaters (Die Presse)

Derzeit lese ich stundenlang mit meiner Tochter. Mittlerweile sind wir schon bei Otfried Preußler angelangt, haben den Hotzenplotz angefangen und die Kleine Hexe (beide Thienemann).

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Derzeit lese ich stundenlang mit meiner Tochter. Mittlerweile sind wir schon bei Otfried Preußler angelangt, haben den Hotzenplotz angefangen und die Kleine Hexe (beide Thienemann). Was ich selbst in Büchern finde, hoffe ich, auch ihr geben zu können: einen Rückzugsort. Man muss sich in unserer Zeit Orte schaffen, an denen man sich erholen kann. Wir leben ja in permanentem Stress, unser Hirn steht ständig unter Druck. Und Bücher sind wirkliche Rückzugsorte. Sicher, viele suchen das auch in Fernsehserien, aber wenn meine Tochter Fernsehsendungen anschaut, was sie leidenschaftlich gerne tut, da ist sie in einer Art Hypnose. Sie wird knallrot im Gesicht, kann mir aber danach nicht erzählen, was sie gesehen hat. Und das ist für mich beängstigend. Wenn ich dagegen mit ihr Bücher lese oder wenn wir Geschichten erfinden, dann kann sie durchatmen. Beim Fernsehen wird sie meistens grantig.

Mir geht es da ganz ähnlich: Für mich ist Lesen Urlaub. Wobei ich Amerikaner bevorzuge. Weil Amerikaner mehr erzählen. Zum Beispiel Paul Auster. Oder Jonathan Franzen. Ich kaufe allerdings nur selten Bücher. Viele in meinem Freundeskreis und auch in meiner Familie lesen gern, da gibt es auch immer wieder das Gespräch über Bücher, Bücher werden herumgereicht, ausgetauscht oder auch – etwa zu Weihnachten – geschenkt.

Ich lese im Zug, und ich lese im Bett. Gerade eben den neuen Jeffrey Eugenides, Die Liebeshandlung (Rowohlt). Auch geschenkt bekommen. Aber da bin ich erst am Anfang, Seite 120 ungefähr. ■

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2012)

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