Scheitern als Qualität

Opulent wie der „Mann ohne Eigenschaften“ gibt sich Norbert Christian Wolfs Sozioanalyse von Musils Roman. Dabei wird der Text, Bourdieu folgend, als soziales Kräftefeld durchmessen.

Muss man Robert Musil heutzutage noch gegen eine zünftige Literaturkritik verteidigen? Anscheinend provoziertsein unendlicher Roman noch immer beckmesserische Reaktionen. Seinerzeit haben einschlägige deutsche Verlage Auszüge aus seinem Opus magnum mit dem barschen merkantilen Kommentar zurückgeschickt, dass dieser Text nicht publizierbar sei. Noch in einem 2002 erschienenen Essay hat Marcel Reich-Ranicki, Lieblingsfeind vieler österreichischer Autoren und Literaturwissenschaftler, empfohlen, den „Mann ohne Eigenschaften“ in einer lesbaren, auf einige 100 Seiten zusammengestrichenen Version herauszubringen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2013)

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