Einmal ins Kino, einmal ins Puff

Antonio Pennacchi erzählt in „Canale Mussolini“ den Aufstieg des italienischen Faschismus aus der Sicht seiner Mitläufer: Arme Familien hoffen, ihrer Not und Schuldknechtschaft durch totale Anpassung zu entkommen.

Tausende Bauernfamilien wurden 1928 aus den ärmeren Gegenden der Region Venetien in die malariaverseuchte Ebene von Latina umgesiedelt, um bei der Aushebung des Canale Mussolini mitzuwirken. Der Zweck war teils die Trockenlegung der pontinischen Sümpfe zwischen Rom und Neapel, teils die dauerhafte Ansiedlung der armen Familien dort. Anhand deren Schicksale hat Antonio Pennacchi eine menschliche Topografie des italienischen Faschismusentworfen, erzählt aus Sicht seiner Anhänger. Eine dieser Familien ist der Peruzzi-Clan: Der aus einer Familie mit 13 Geschwistern stammende Onkel Pericle, der „Löwe des Clans“, die stolze Tante Amida, der hochmütige Onkel Adelchi, die Großeltern, ländliches Urgestein, und ihre Enkel, allesamt geeint durch den Kampf gegen Armut, Mücken und die Unbill des Lebens.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2013)