„Schwarz“ auf der Welt sein

Literaturnobelpreisträger Mo Yan übt in seinem Roman „Frösche“ Kritik an den Auswüchsen der Ein-Kind-Politik Chinas. Im Zentrum steht eine Hebamme, die Kindern nicht nur zur Welt verhilft – sondern sie auch beseitigt.

Anfang Februar ging der Fall durch internationale Medien: In Ostchina soll ein staatlicher Familienplaner einen 13 Monate alten Buben mit seinem Auto überfahren haben. Die Beamten hatten die Familie aufgesucht, da der Bub bereits das dritte Kind war – also verboten. Im gegenwärtigen China – in dem Zwangsabtreibungen und -sterilisationen offiziell nicht erlaubt sind – gilt noch die Ein-Kind-Politik (Ausnahmen gibt es auf dem Land, wenn das erste Kind ein Mädchen ist). Wer dagegen verstößt, muss ein – für Arme kaum leistbares – Bußgeld zahlen. Auch der Zwang scheint nicht vorbei zu sein. Im Vorjahr hatte ein Mann das Bild seiner Frau veröffentlicht, die neben ihrem toten Fötus liegt: Man habe sie hochschwanger zur Abtreibung gezwungen. Vorgänge wie diese – durch das Internet leicht zu verbreiten – bringen die Bevölkerung auf, längst brodelt es im Volk.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2013)

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