„Angst, du kalter Engel“

Über manches, worüber man nicht sprechen kann, könne man schreiben. Mit dieser Einstellung ging Renate Welsh an die Aufgabe heran, in Wien eine Schreibwerkstätte für ehemals Obdachlose zu leiten. Eine Auswahl der dort entstandenen Texte hat sie nun als Buch herausgegeben: „Mit einem Fuß auf zwei Beinen stehen“.

Es ist kein Nachteil, wenn manSchicksalsschlägen, persönlichen Niederlagen, ja schlimmen Situationen im Allgemeinen mit Witz und Ironie begegnen kann. Ein Witz umschreibt manches treffender als jede Beschreibung. Er erklärt nicht, sondern bringt das Wesentliche auf den Punkt und macht es dadurch offensichtlich. Ironie weist den Weg zur Erträglichkeit des scheinbar Unerträglichen. Dadurch kommt man der Wahrheit näher. „Die Wahrheit ist bitter, aber nicht giftig“, schreibt Maria Kaneva. Man muss sie sich nur eingestehen und ungeschminkt – vielleicht auch bitter-ironisch – zu Papier bringen, wie zum Beispiel Markus Trexler: „Ich sagte meiner Ex-Exfreundin fünf Jahre lang: ,Ich liebe dich.‘ Es stimmte aber nur ein Jahr.“ Oder aber man begegnet den Zwängen und Enttäuschungen des Lebens mit augenzwinkerndem Trotz: „Was sagt die Schlange zu Eva?“, fragt Haynalka Kutka. „Der Apfel ist verboten! Grenzen. Trotzdem: Probieren und nehmen!“

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.12.2013)

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