Sprachspaltereien

28.09.2007 | 15:51 |   (Die Presse)

Norwegen, inkontinent.

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"Uwe K. wurde am Dienstag zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt", schreibt die Nachrichtenagentur. Man möchte ja gern an ein Leben nach dem Tod glauben, aber die Vorstellung, nach dem Hinscheiden in Sicherheitsverwahrung genommen zu werden, ist denn doch etwas sonderbar. Nicht sehr glücklich werden auch jene Männer sein, über welche die "Wiener Zeitung" im Zusammenhang mit Hormonersatz-Therapie Folgendes schreibt: "Auch junge Leute gehören etwa bei einem Ausfall der Hodenfunktion substituiert." Wodurch, bitte, will man die Armen ersetzen?

Das Leben ist hart. Nicht einmal anbandeln darf man mehr überall. "Aufreißübungen sind am gesamten Landeplatz untersagt." So steht es in Altaussee angeschrieben. Aber keine Bange! Bei der Kundmachung auf dem Paragleiterplatz dürfte es sich um einen Terminus technicus handeln. Anhänger der Devise "No sports" können sich weiterhin getrost als "Aufreißer" im klassischen Sinn betätigen. Sogar auf dem Landeplatz in Altaussee.

Szenenwechsel nach New York: "Millionen Kilometer Leitungen und Kabel und Rohre schlängeln sich durch jeden Quadratmeter der Städte", schrieb die "Süddeutsche Zeitung" nach der Explosion einer Dampfrohrleitung in Manhattan. Vermesser müsste man sein!

Probleme gibt es nicht nur mit Dampf, sondern auch mit Wasser: "Norwegen will Wasser halten." Dieser Titel lässt weniger an Umweltökonomie als an Inkontinenz denken. Aber wir wollen das Land deswegen nicht gleich substituieren.

Eva Male

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