Parole und Paranoia

Was soll man mit Götz Alys Buch über die 68er anfangen? Es ist schwer lesbar, hat ein Strukturierungsproblem, folgt scheinbar einer Chronologie, verharrt tatsächlich aber bei Episoden, die Aly für typisch hält. Originell. Aber auch gut?

Die Medien lieben runde Jahrestage und so stehen zumindest die bundesdeutschen 68er – allesamt ältere Damen und Herren – wieder einmal im Scheinwerferlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit. Ein Zustand, den sie durchaus genießen. Es ist eine polarisierte Debatte um „Schuld“ oder „Verdienst“, in der die Aktivisten der Protestgeneration sich die Leistung zuschreiben, einen kulturellen und politischen Modernisierungsschub bewirkt zu haben, während ihre Gegner sie der Beihilfe an der Verluderung des öffentlichen Wertesystems bezichtigen. Eine legitime Debatte, trotz der ein wenig schiefen Alternative: Manche der dem Wirken der 68er zugeschriebenen Veränderungen haben tatsächlich strukturelle Ursachen.

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