Herzstich, ganz ohne Messer

Er steht im Netz – und nur dort: „Neid“, Elfriede Jelineks „Privatroman“. Und tatsächlich erfährt man darin so viel Privates über die Autorin wie nie zuvor.

So hat Elfriede Jelinek noch nie geschrieben, derart direkt von sich selbst. Spätestens mit dem fünften, letzten und längsten Kapitel des soeben fertiggestellten „Privatromans“ ist es gewiss, denn in diesem Kapitel hat die Schreibende ihre Hauptfigur, die armselige Geigenlehrerin Brigitte K., endgültig vergeigt und ist mit ihrem Schreiben dort angekommen, wo sie (wenn man ihr Glauben schenken darf, und warum sollte man das nicht tun?) in Wahrheit schon immer war, nämlich ganz bei sich und damit mitten in einem Neid, der alles zerfrisst – und zwar wirklich alles, weil er der Neid einer Toten auf das Lebende ist.

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