Stümper gegen Versager

Am 25. Juli 1934 versuchten die Nazis, Österreich in Besitz zu nehmen. Die Ermordung des Kanzlers stand aber nicht auf der Agenda, so Kurt Bauer in seiner Untersuchung „Hitlers zweiter Putsch“. Dass Dollfuß bei der Aktion erschossen wurde, war nur eine von unzähligen Pannen.

Der Plan war denkbar einfach: das Bundeskanzleramt überfallen, die Regierung zum Rücktritt zwingen, den Rundfunk besetzen– nazitreue Truppenteile erledigen den Rest. Dollfuß und die Seinen wollte man „in allen Ehren kaltstellen“. Österreich sollte dieser Tage auch noch nicht angeschlossen, sondern gleichgeschaltet werden. Anton Rintelen, der ehemalige christlichsoziale Landeshauptmann der Steiermark und mehrmalige Minister, war als Kanzler von Hitlers Gnaden vorgesehen. Die zentrale Figur der Aktion war der ehrgeizige Rudolf Weydenhammer, ein führender Industrieller aus München, wohnhaft am Starnberger See und auch nach 1945 eine beachtliche Nummer. „Befehlsgemäß“ wollte er den Putsch leiten, fuhr am 23.Juli nach Wien, um die letzten Vorbereitungen der dafür vorgesehenen SS-Standarte 89 selbst zu überwachen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.07.2014)

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